Mythos oder Wahrheit: Schlecht Schlafen bei Vollmond
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Mythos oder Wahrheit – Schlafen wir schlechter bei Vollmond?

Viele Mythen ranken sich um die Kraft des Vollmondes. Er soll unsere Gefühle, Wünsche und Triebe beeinflussen, Schlafwandler sollen vom Vollmond angezogen werden, die Geburtenrate soll steigen, sogar ob die Ehe glücklich wird, soll davon abhängen. eurapon beschäftigt sich heute in der Reihe „Mythos oder Wahrheit“ mit dem Thema „Schlecht Schlafen bei Vollmond“.

Gibt es so etwas wie Mondfühligkeit?

Die Existenz der Mondfühligkeit wird von vielen Wissenschaftlern angezweifelt. Es existieren einige Studien zu dem Thema, die allesamt zu dem Ergebnis kommen, dass der Mond keinen signifikanten Einfluss auf die Qualität des Schlafes hat. Einzig eine Studie aus Basel (Schweiz) kam zu einem anderen Ergebnis, nämlich dass die Tiefschlafphase verkürzt war, die Probanden 5 Minuten länger zum Einschlafen brauchten und die Schlafdauer insgesamt um rund 20 Minuten verkürzt war. Da jedoch nur die Daten von 30 Personen ausgewertet wurden, kann man diese Studie nicht als aussagekräftig bezeichnen. Dennoch sollte man die Sensibilität mancher Menschen auf den Einfluss des Mondes nicht pauschal als Unsinn einstufen. Immerhin glauben einer 2013 durchgeführten Umfrage der GfK Nürnberg zufolge 35,6 % der befragten Personen an, bei Vollmond schlechter schlafen zu können.

Mögliche Gründe für schlechten Schlaf bei Vollmond

Eine fundierte wissenschaftliche Erklärung, weshalb wir bei Vollmond schlechter schlafen, gibt es bis dato nicht. Allerdings mehrere Versuche einer Erklärung, wie zum Beispiel diesen: Es liegt am Melatonin. Hierbei handelt es sich um ein Hormon, welches unseren Schlaf-Wach-Rhythmus regelt. Wenn es dunkel ist, steigt die Konzentration von Melatonin in unserem Blut. Helligkeit hingegen verhindert seine Bildung (auch blaues Licht von PC, Handy oder Fernseher). Leuchtet nun der Vollmond durch das Schlafzimmerfenster, ist es möglich, dass weniger Melatonin produziert wird, und die Schlafqualität darunter leidet. Dem ist jedoch einfach entgegen zu wirken, indem Sie die Jalousien bzw. Rollos schließen oder dicke Vorhänge vor das Fenster hängt, um den Raum zu verdunkeln.

Bei einigen Menschen spielt jedoch auch die selektive Wahrnehmung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Damit ist gemeint, dass die Menschen Informationen nach ihrer Überzeugung interpretieren. Wenn manche Menschen einen außergewöhnlich stressigen Tag hinter sich haben und später entdecken, dass der Vollmond am Himmel steht, liegt der Grund für sie auf der Hand. Und wenn man mit der Überzeugung ins Bett geht, nun auch schlecht zu schlafen, weil Vollmond ist, wird es mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch so eintreffen.

Was tun gegen schlechten Schlaf bei Vollmond?

Wie bereits erwähnt, ist es wichtig, im Schlafzimmer für Dunkelheit zu sorgen. Es gibt jedoch noch ein paar Tipps, die Sie anwenden können, falls Sie das Gefühl haben, dass Ihnen der Vollmond den Schlaf raubt:

Aromatherapie: Ätherische Öle wirken, über die Nase aufgenommen, auf unser Riechzentrum. Geruch und Gefühlsleben haben eine enge Verbindung, deshalb wirken bestimmte Düfte entspannend und beruhigend. Dazu gehören Lavendel, Majoran, Kamille, Muskat, Baldrian, Zitronengras, aber auch Hopfen und Melisse. Die Düfte können in Form von ätherischem Öl in einer Duftlampe im Schlafzimmer ihre Wirkung verbreiten, oder Sie nehmen vor dem Schlafengehen ein entspannendes Bad mit ein paar Tropfen von einem der genannten Öle.

Auch im Bereich der Homöopathie gibt es verschiedene Mischungen, die bei Schlafstörungen zum Einsatz kommen. Lassen Sie sich hierzu am besten von erfahrenen Apothekern, bzw. Drogisten beraten.

Autogenes Training: Achten Sie auf Ihre Atmung, die bei vielen Menschen zu flach ist, und im Brustbereich angesiedelt. Versuchen Sie, Ihre Atmung bewusst in den Bauchraum zu verlagern. Außerdem finden Sie im Internet eine Vielzahl an Anleitungen zu Meditation bzw. Autogenes Training bei Schlafproblemen. Eine gängige Methode ist eine bestimmte Art der Autosuggestion, indem Sie sich bestimmte Formeln 5 bis 6 Mal beim Einschlafen vorsagen:

  • „Mein rechter/linker Arm wird ganz schwer“.
  • „Mein rechtes/linkes Bein fühlt sich warm an“.
  • „Mein Herz schlägt ruhig“.
  • „Mein Atem ist gleichmäßig und ruhig“.

Machen Sie sich jedoch vor allem nicht schon am Nachmittag Sorgen über Ihren Nachtschlaf, wenn Sie wissen, dass Vollmond ist. Messen Sie diesen Nächten am besten keine besondere Bedeutung zu.

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