Mücken: Warum werden manche Menschen öfter gestochen als andere?

Mücken: Warum werden manche Menschen mehr gestochen als andere?

Sie kennen das folgende Szenario: Es ist eine laue Sommernacht, Sie gehen zu Bett, strecken sich gemütlich aus und löschen das Licht. Zwei Minuten später ertönt in der Nähe ihrer Ohren das nervtötende „Sssssummm“ einer Stechmücke, die gerade analysiert, ob Sie ihr Beuteschema sind… Woran liegt es, dass die Stechmücke es augenscheinlich auf Sie abgesehen hat, und Ihr Partner unbehelligt daneben liegt? Ist an dem Mythos, dass jemand „süßes Blut“ hat, etwas dran? Wir sind der Sache ein wenig auf den Grund gegangen…

Wie fällt die Mücke ihre Entscheidung zum Stechen?

Dazu ist Folgendes interessant: Nur die Weibchen stechen, und eigentlich sind sie frühmorgens aktiver als abends. Sie brauchen nämlich dringend das Protein unseres Blutes oder das eines Tieres für die anstehende Eiablage. Dass das Blut beim Saugen nicht so schnell gerinnt, dafür sorgt ein spezielles Enzym im Mückenspeichel – und dieses Enzym ist es auch, das später den lästigen Juckreiz erzeugt, nicht der Stich selbst.

Die Eiablage erledigen sie gerne in Wassernähe, an Teichen, Tümpeln, Seen, Schwimmbäder etc. 200 – 300 Eier werden abgelegt, aus denen nach rund zwei Wochen die nächste Generation schlüpft.

Männliche Mücken lieben es übrigens rein „vegetarisch“, bei ihnen steht Pflanzen- und Fruchtsaft am Speisenplan.

Aber was ist nun der finale Grund, der Mücken zum Stechen veranlasst? Riechen sie etwa „süßes Blut“? Hat man zu wenig ausgiebig geduscht?

In Großbritannien und den USA durchgeführte Studien bestätigen, dass die Ursache, ob man für Mücken ein interessantes Opfer darstellt, in den Genen liegt. Die Gene sind wieder ursächlich für einen bestimmten Körpergeruch, den Mücken anziehend finden. Für die Studien wurden ein- und zweieiige Zwillingsfrauen herangezogen, die eineiigen Zwillingspaare wurden öfter gestochen. Der Grund dafür sind die großen genetischen Gemeinsamkeiten eineiiger Zwillinge.

Doch Mücken haben noch mehr Faibles als besagten Körpergeruch. Sie bevorzugen außerdem:

  • Schwangere Frauen
  • Menschen mit Übergewicht oder viel Muskelmasse
  • Menschen mit höherer Körpertemperatur
  • Menschen mit Blutgruppe 0

Dass die Ernährungsgewohnheiten hingegen eine Rolle spielen, ob Sie auf Mücken attraktiv wirken oder nicht, wurde nicht belegt. Dass Knoblauch und Bier vor Stichen schützen, bleibt also weiterhin ein Volksglaube.

Bei den Blutgruppen fand man heraus, dass Gruppe 0 die von Mücken bevorzugte Blutgruppe ist, während sie Personen mit der Gruppe A nur halb so oft stechen. Blutgruppe B liegt irgendwo dazwischen.

Warum beschäftigen sich Forscher mit Mückenstichen?

Das Risiko für Mückenstiche wird also ebenso vererbt wie die Körpergröße oder bestimmte Talente. Doch warum ist es für Forscher so wichtig, diese Gene ausfindig zu machen? Hierzulande sind Mückenstiche zwar sehr lästig, aber meistens harmlos. Leider gilt das jedoch nicht für alle Destinationen, denn unter anderem in Afrika und Asien gelten Mücken als Überträger des Dengue-Fiebers, Malaria, Gelbfieber und ähnlichem.

Durch die Studienerkenntnisse hoffen die Forscher auf die Entwicklung neuer Abwehrmethoden von Mücken, und damit auch die Eindämmung der damit verbundenen Infektionskrankheiten in Risikogebieten. Es wurde beispielsweise bereits versucht, den Geruchssinn von Mücken genetisch zu verändern, sodass sie den Menschen nicht mehr riechen konnten.

Bis es jedoch so weit ist, verbleiben nur die üblichen Schutzmaßnahmen, um Mückenstiche möglichst gering zu halten.

Wie können Sie sich vor Mückenstichen schützen?

  • Langärmelige Kleidung, vor allem bei Spaziergängen rund um Gewässer
  • Anbringen von Fliegengitter an den Fenstern und der Balkon-/Terrassentür
  • Wenn kein Fliegengitter vorhanden ist, Licht im Zimmer abdrehen
  • Stark duftende Parfums, Bodylotions etc. meiden
  • Regelmäßige Körperhygiene, um Schweißgeruch zu vermeiden
  • Wenn Gewässer in der Nähe ist, evtl. Anbringen eines Moskitonetzes über dem Bett
  • Antimückenmittel mit DEET oder Icaridin verwenden, nicht jedoch bei Babys und Kleinkindern

Nicht bewährt haben sich:

  • Einreiben mit ätherischen Ölen – wirkt sogar hautreizend
  • Hochfrequente Mückenpiepser
  • Armbänder zur Mückenabwehr