Mit diesen Speisen keine Medikamente einnehmen

Medikamente und Essen, was verträgt sich?

Welche Getränke Sie besser nicht mit Medikamente kombinieren sollten, haben wir bereits in einem Blogartikel erläutert. Aber das war noch nicht alles: Im heutigen Artikel geht es um verschiedene Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und Medikamenten, denn auch hier sollten Sie sich genau informieren. Wenn Sie nur gelegentlich eine Kopfschmerztablette einnehmen, ist das Risiko natürlich nicht so hoch, als wenn Sie als chronisch kranker Patient regelmäßig hohe Dosen an Medikamenten zu sich nehmen müssen.

Da auch die Ärzte nicht immer eine Ernährungsempfehlung aussprechen, wenn sie ein Medikament verschreiben, soll Ihnen dieser Artikel als kleine Hilfestellung dienen.

Lakritze und Mittel zur Entwässerung (Diuretika):

Durch die entwässernde Wirkung der Diuretika, die ja gewünscht ist, werden auch Vitamine und Mineralstoffe aus dem Körper geschwemmt. Wenn Sie gerne viel Lakritze essen, sollten Sie den Konsum bei gleichzeitiger Einnahme dieser Mittel einschränken, da es ansonsten zu einem verstärkten Kaliumverlust kommt. Die typischen Symptome dafür sind Müdigkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Darmträgheit, Verstopfung, Kopfschmerzen und Herzrhythmusstörungen.

Theophyllin und schwarzer Pfeffer, sowie Tannine:

Asthmapatienten, aufgepasst! Haben Sie ein theophyllinhaltiges Medikament gegen schweres Asthma bronchiale verordnet bekommen, sollten Sie vorsichtig beim Würzen mit schwarzem Pfeffer sein. Das darin enthaltene Piperin hemmt nämlich den Abbau von Theophyllin und lässt so den Medikamentenspiegel ansteigen. Ähnlich verhält es sich mit Produkten, die Tannin enthalten, wie Schwarz- und Grüntee, aber auch Himbeeren und Walnüssen. Tannine vertragen sich übrigens auch nicht mit Eisentabletten, da das Eisen nicht mehr so gut aufgenommen wird. Verzichten Sie also 2 Stunden vor und nach der Einnahme von Eisentabletten auf die Zufuhr von Tanninen.

Paracetamol und Schwarzbrot:

Kombinieren Sie Schmerzmittel wie Paracetamol nicht mit Vollkornprodukten wie Schwarzbrot, Müsli und Co. Die Ballaststoffe umhüllen den Wirkstoff und sorgen so dafür, dass der Darm diesen nicht gut verarbeiten kann.

Antidepressiva und Tyramin:

Antidepressiva enthalten oft sogenannte MAO-Hemmer, welche dafür sorgen, dass die Konzentration mancher (glücklich machender) Botenstoffe im Gehirn steigt. Gleichzeitig harmonieren sie aber nicht mit dem Eiweißprodukt Tyramin, welches sich in länger gelagerten Lebensmitteln befindet, wie Salami, Käse, Heringe, Sauerkraut. Aber auch Wein enthält Tyramin, vor allem Chianti. Werden die MAO-Hemmer und Tyramin auf Dauer gemeinsam eingenommen, kann dies Bluthochdruck zur Folge haben.

Keine Zitrusfrüchte, vor allem Grapefruits

Zitrusfrüchte sorgen für Wechselwirkungen bei nahezu jedem 3. Medikament. Grapefruit und Co hemmen bestimmte Enzyme im Darm, die für den Abbau des Medikaments verantwortlich sind, und sorgen so dafür, dass eine verstärkte Wirkung eintritt. Deshalb sollten Sie, während Sie Medikamente einnehmen, auf Zitrusfrüchte verzichten.

Neueste Erkenntnisse: Grünes Gemüse und Blutgerinnungshemmer sind OK

Jeder, dem jemals blutgerinnungshemmende Medikamente, sogenannte Antikoagulantien, verschrieben wurden, wurde vom Arzt darauf aufmerksam gemacht, bloß nicht zu viel grünes Gemüse zu essen, da das darin enthaltene Vitamin K dafür sorgt, dass das Blut nicht ausreichend verdünnt wird. Somit strichen viele Patienten Kohl, Spinat, Sauerkraut und Blattsalate vom Speiseplan. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erklärt nun allerdings, dass in einer Reihe klinischer Untersuchungen festgestellt wurde, dass der Einfluss von Vitamin K auf die Antikoagulantien geringer als angenommen ist. Das bedeutet, dass Sie diese Lebensmittel trotz der Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente in Maßen konsumieren dürfen.

Einnahmezeit beachten!

Beachten Sie auch auf den auf dem Beipackzettel angegebenen Einnahmezeitpunkt Ihrer Medikamente. Unter „Einnahme vor dem Essen“ versteht man eine Arzneieinnahme von 30 bis 60 Minuten vor dem Essen. Einnahme während des Essens bedeutet, dass das Medikament spätestens 5 Minuten nach der beendeten Mahlzeit eingenommen werden sollte. Eine Einnahme nach dem Essen setzt voraus, dass zwischen Mahlzeit und Medikamenteneinnahme 30 bis 60 Minuten vergangen sind.

Am besten nehmen Sie Ihre Medikamente mit einem großen Glas Wasser ein. Dass Antibiotika nicht mit Milch kombiniert werden sollen, haben wir schon an anderer Stelle erwähnt, aber ein neuerlicher Hinweis schadet nie… Lesen Sie bitte immer auch bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten den Abschnitt „Wechselwirkungen“, und fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt oder Apotheker.