Magnesiumspray
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Magnesiumspray – wofür ist es gut?

Jedem, der schon einmal unter schmerzhaften Muskelkrämpfen gelitten hat (vor allem Sportler oder Schwangere), dem wird bewusst, wie wichtig die Versorgung unseres Körpers mit dem Mineralstoff Magnesium ist. Bei sehr vielen Abläufen in unserem Körper spielt Magnesium eine zentrale Rolle, unter anderem bei:

  • Aufbau von Knochen und Zähnen,
  • Regulierung des Blutdrucks,
  • Stressverarbeitung,
  • Weiterleitung von Nervenimpulsen,
  • Freisetzen von Hormonen und Botenstoffen.

Die geläufige schulmedizinische und ernährungsmedizinische Meinung sagt, dass ein Erwachsener rund 300 bis 400 mg Magnesium pro Tag benötigt. Dies wird auch beim Verzehr normaler Mischkost aufgenommen. Diverse Experten gehen von einem viel höheren Magnesiumverbrauch von 600 bis 900 mg aus. Zudem wird die Meinung vertreten, dass niemand so viel Obst und Gemüse essen kann, um diesen Bedarf zu decken. Dies läge primär daran, dass all unsere Böden inzwischen derart ausgelaugt seien, dass der Mineralstoffgehalt unserer Nahrung nicht mehr annährend so hoch ist, als noch vor einigen Jahrzehnten.

Gründe für Magnesiummangel:

  • Hoher Konsum magnesiumarmer Lebensmittel (Weißmehl, Zucker, Fertiggerichte),
  • Mineralstoffverluste durch die Zubereitung (Kochen, Braten, Grillen, Dünsten…),
  • Verwendung von magnesiumfreiem Speisesalz,
  • Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt des Körpers (Übersäuerung),
  • Konsum von zu viel Milchprodukten,
  • Geschädigte Darmflora und/oder Pilzbefall.
  • Erkrankungen wie Diabetes, Alkoholmißbrauch
  • Einnahme bestimmter Medikamente (Anti-Baby-Pille, Entwässerungstabletten, Antibiotika, Kortison…)

Behandeln von Magnesiummangel:

Üblicherweise wird ein Magnesiummangel mit der Einnahme eines Magnesiumpräparates behandelt. Allerdings werden diese nicht von jedem Menschen gleich gut vertragen. Manche Menschen reagieren mehr, manche weniger mit Magen-Darm-Rumoren bis zum Durchfall auf diverse Präparate.

Außerdem wird Menschen mit Nierenproblemen von der ergänzenden Magnesiumeinnahme abgeraten, da ein Magnesiumüberschuss bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht über den Urin ausgeschieden werden kann. Dies führt zu Erschöpfung, Müdigkeit und Blutdruckabfall.

Bei ausgeprägtem Magnesiummangel, bzw. nach einem Herzinfarkt wird der Arzt unter Umständen Magnesium intravenös verabreichen.

Eine weitere, weniger bekannte Möglichkeit der Substitution von Magnesium ist die transdermale Zufuhr, das heißt, über die Haut als Spray, Öl oder Badezusatz.

Funktioniert Magnesiumaufnahme über die Haut?

Vor allem als Geheimtipp bei Sportlern wird propagiert, dass das Magnesiumspray direkt auf die schmerzende Stelle aufgetragen werden kann, um dort akut zu wirken. Ein großer Vorteil soll sein, dass man diverse Resorptionsprobleme im Magen-Darm-Trakt außer Acht lassen kann. Das Magnesiumspray wird von diversen Herstellern als besonders wirksam bei Muskelkrämpfen, Muskelkater und dem Restless Legs-Syndrom beschrieben.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass es bis dato noch nicht ausreichend erforscht wurde, ob Magnesium tatsächlich über die Haut aufgenommen werden kann, um dort Wirkung zu zeigen. Eine Theorie lautet, dass der natürliche Schutzmantel der Haut für bestimmte Stoffe durchlässig ist, wie man anhand der Wirksamkeit von Nikotin- oder Schmerzpflastern sehen kann. Man vermutet, dass Magnesium überwiegend von den Schweißdrüsen aufgenommen wird, und eigene Zellen dafür verantwortlich sind, Magnesium aktiv zurückzuholen (z.B. aus dem Schweiß).

Dem gegenüber steht allerdings die Tatsache, dass Magnesiumionen (jene Teilchen, in welche Magnesium in einer wässrigen Lösung zerfällt) wasserlöslich sind. Eine Voraussetzung, um über die Haut ins Körperinnere gelangen zu können, ist die Fettlöslichkeit der Substanzen. Diesen Nachweis erbrachte der Nobelpreisträger Dr. Roderick McKinnon, der beobachtete, dass wasserlösliche Ionen ausschließlich entlang von Proteinkanälen in die Haut eindringen können. Diese finden sich allerdings nicht in den äußeren Hautschichten.

Von den Skeptikern der transdermalen Magnesiumaufnahme wird die Theorie der Aufnahme über die Schweißdrüsen zwar für möglich gehalten, allerdings ist der Anteil dieser „Öffnungen“ auf unserer Haut auf die Fläche gesehen eher gering.

Zu Magnesiumöl ist außerdem noch hinzuzufügen, dass es sich hierbei um kein Öl handelt, sondern um eine konzentrierte Lösung von Magnesiumchlorid von öliger Konsistenz.

Wir können Ihnen also die Wirkung von Magnesiumspray nicht ohne Zweifel bestätigen, und Ihnen daher nur raten, es selbst zu versuchen, ob Sie davon profitieren. Nachdem keine Nebenwirkungen zu erwarten sind, spricht nichts gegen einen solchen Selbstversuch.

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