erste Hilfe Kurs auffrischen
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Lohnt sich eine Auffrischung des Erste-Hilfe-Kurses?

Zeuge eines Unfalls zu werden, ist ein belastendes Erlebnis. Kommt dann noch Hilflosigkeit hinzu, verschlimmert sich die Situation. Für die Zulassung zum Führerschein ist der Erste-Hilfe-Kurs verpflichtend. Aber genügt das? Welche Alternativen haben Menschen, die besser vorbereitet sein wollen?

Der Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein

Ohne abgeschlossenen Erste-Hilfe-Kurs erhält der Prüfling keine Zulassung zur Führerscheinprüfung. Einmal bestanden, gilt der Erste-Hilfe-Kurs ein Leben lang. Eine Wiederholung ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen, aber freiwillig möglich. Das wird von Experten immer wieder gefordert, denn es zeigt sich, dass die Absolventen das meiste Erlernte nach einem Jahr wieder vergessen haben.

Dabei ist der Erste-Hilfe-Kurs in seiner Version, die seit 1. Januar 2016 gültig ist, umfangreich und vielseitig. Der Kurs umfasst Theorie und Praxis und hat eine Dauer von 7,5 Stunden (9 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten). Der Inhalt umfasst unter anderem:

  • Erste Hilfe an Kindern und Erwachsenen (Unterschiede)
  • Blutstillung
  • Wiederbelebung
  • Erstversorgung von Verletzungen
  • Versorgung von Bewusstlosen
  • Bergung
  • Verhalten am Unfallort
  • Rechte und Pflichten

Praktische Übungen beim Kurs

Mit theoretischem Wissen allein wird es schwierig, einem Unfallopfer zu helfen. Deshalb gehören praktische Übungen zum Kurs dazu. Das beinhaltet das Versorgen von Verletzungen, dem Abnehmen  des Helms bei Motorradfahrern und Wiederbelebung.

Natürlich lernen die Teilnehmer auch, Unfallopfer richtig zu lagern. Die stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit ist dafür nur ein Beispiel. Diese Griffe müssen Sie immer wieder üben, damit die Abläufe fest abgespeichert sind und auch in Stresssituationen abrufbar bleiben.

Hemmschwellen überwinden und eingreifen

Die Teilnehmer verinnerlichen während des Kurses, dass sie Hemmschwellen überwinden müssen. An einem Unfallort einen verängstigten Menschen zu beruhigen, erfordert ein gewisses Maß an Sozialkompetenz und die Bereitschaft zu helfen. Wer an einen Unfallort kommt, sollte das Erlernte möglichst schnell anwenden können, und zwar mit der gebotenen Flexibilität. Die Massenkarambolage auf der Autobahn stellt andere Anforderungen an die Helfer, als eine Person mit Kreislaufproblemen. Der Ersthelfer muss daher den Mut aufbringen, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen.

Während des Kurses gibt es dazu wertvolle Tipps, die im Ernstfall helfen. Mit Fotos, Filmen und Simulationen kann gezeigt werden, welche Vorgehensweise sich bei welchen Ereignissen bewährt hat. Ziel ist, den Teilnehmern die Angst zu nehmen, aktiv zu werden. Die Sorge, etwas falsch zu machen, kann groß sein. Dabei sind die Folgen beim Nichteingreifen meist sehr viel schlimmer.

Auch lernen die Teilnehmer, dass Ihnen keine Strafe droht, wenn Sie im Rahmen der Rettung etwas nicht richtig einschätzen oder einen Fehler begehen. Das klassische Beispiel dafür ist das notwendige Umlagern eines Bewusstlosen mit erkennbaren Knochenbrüchen. Der Helfer muss wissen, dass solche Entscheidungen im Rahmen der Rettung gefällt werden müssen.

Die Beobachtungen zeigen, dass Menschen, die ihr Wissen auffrischen, an Unfallstellen schnell helfen können und sich ihrer Sache dabei auch sicher sind. Allerdings gibt es zu wenige Personen, die bereit sind, freiwillig Zeit in eine Fortbildung zu investieren.

Ausbildung zum Ersthelfer

Über den Erste-Hilfe-Kurs hinaus geht die Ausbildung zum Ersthelfer. Wer Ersthelfer sein will, muss zuerst einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren, weil die Ausbildung darauf aufbaut. Eine solche Ausbildung ist Voraussetzung für Trainerlizenzen im Sport. Auch Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten sind dazu verpflichtet. In Betrieben ab einer bestimmten Größe müssen außerdem Personen beschäftigt sein, die über eine Ersthelfer-Ausbildung verfügen.

Diese Ausbildung wird nur anerkannt, wenn Sie diese alle zwei Jahre wiederholen. Auch hier hat sich gezeigt, dass bei größeren Abständen zu viel Wissen verlorengeht, was lebensgefährliche Folgen für die Menschen haben kann, die sich auf dieses Sonderwissen verlassen. Die Ausbildungsangebote weichen inhaltlich voneinander ab. Ein Tauchlehrer braucht anderes Spezialwissen, als der Mitarbeiter eines Kindergartens. Das gilt entsprechend für Brandschutzhelfer oder Ersthelfer, in deren Betrieb mit Chemikalien hantiert wird.

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