Kontaktlinsen – Voller Durchblick auch ohne Brille

Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual. Kontaktlinsen sind mittlerweile nahezu überall erhältlich. Auch dienen sie nicht mehr zwangsläufig als reine Sehhilfe. Im wahrsten Sinne des Wortes können sie ohne Sehstärke als modischer Eyecatcher in unterschiedlichen Farben und Motiven getragen werden. Alles scheint möglich: Ob in unnatürlichen Augenfarben wie pink oder gelb, als Imitation eines Tierauges oder mit einem Emoji als Pupille. Allerdings ist auch Vorsicht geboten: Wenngleich Kontaktlinsen nahezu überall und ohne Rezept erhältlich sind, kann man einiges falsch machen und das Auge langfristig schädigen.

Kontaktlinsen sind nicht gleich Kontaktlinsen

Gerade bei sportlichen Aktivitäten oder Unternehmungen im Freien sind Kontaktlinsen eine willkommene Alternative zur Brille. Mit ihnen stellt sich das Problem von verschmutzten, nassen oder beschlagenen Gläsern nicht. Aber Kontaktlinsen sind nicht gleich Kontaktlinsen – die nötigen Eigenschaften sind jeweils abhängig von der Art der Sehschwäche. Folglich reicht es nicht aus, sich einfach irgendein Produkt in der richtigen Sehstärke zu kaufen und einzusetzen. Vor dem ersten Tragen sollte man deshalb einen Augenarzt oder Optiker aufsuchen, um die Sehschwäche in all ihren Details zu klären und anhand dessen das Kontaktlinsenmodell auswählen. So kann zum Beispiel eine Kurz- oder/und Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung, Krankheit oder Unverträglichkeit vorliegen.

Wahl zwischen harten und weichen Kontaktlinsen

Dabei stellt sich auch die Frage, ob man auf harte oder weiche Kontaktlinsen zurückgreift. Sowohl harte als auch weiche Kontaktlinsen bieten Vor- und Nachteile. Weiche Kontaktlinsen müssen im Gegensatz zu harten individuell angefertigt werden und sind demnach teurer, weisen jedoch auch eine längere Nutzungsdauer (ein Jahr und länger) auf. Ob sie über den gesamten Tragezeitraum gerechnet günstiger sind als weiche Linsen, hängt vom Hersteller ab.

Vorsicht vor trockenen Augen

Während harte Kontaktlinsen auf dem natürlichen Tränenfilm des Auges schwimmen, saugen sich weiche Modelle an der Hornhaut fest und passen sich an die jeweilige Augenform an. Somit liegen weiche Kontaktlinsen fester auf den Augen, verrutschen nicht so schnell wie harte und fallen auch seltener heraus. Dafür bedingt das Vollsaugen, dass den Augen mehr Flüssigkeit entzogen wird, was zu Trockenheit führen kann.

Generell gelten weiche Kontaktlinsen als die angenehmere und flexiblere Variante. Nicht nur, dass sie direkt auf dem Auge liegen und nicht darauf schwimmen (zu Beginn fühlen sich harte Linsen wie ein Fremdkörper an), sondern sie passen sich auch besser an die Bedürfnisse des Trägers an. Dieser kann für sich entscheiden, ob er Kontaktlinsen regelmäßig oder nur zu bestimmten Anlässen trägt. Je nach Absicht kann der Träger zwischen Tages-, Wochen- und Monatslinsen wählen.

Das Tragen wird zur Routine

Auch wenn das Auge so schon ein sensibles Organ ist, gilt beim Einsetzen und der Pflege von Kontaktlinsen besondere Vorsicht. Ohne eine entsprechende Hygiene haben Infektionen leichtes Spiel, die zu einer Unverträglichkeit von Kontaktlinsen führen können. Daher müssen Hände, bevor sie mit den Kontaktlinsen und schließlich mit den Augen in Berührung kommen, gründlich gewaschen werden.

Das Tragen und sämtliche damit verbundenen Schritte, wie das Einsetzen und Herausnehmen oder das Reinigen, entwickeln sich in der Regel schnell zur Routine. Für gewöhnlich nutzen Träger einen Spiegel, vor dem sie mit der einen Hand das Ober- oder Unterlid des jeweiligen Auges hoch- beziehungsweise runterziehen, um mit dem Zeigefinger der anderen Hand die Linse auf der Hornhaut zu platzieren.

Genauso gehört das Reinigen mit der Zeit wie das tägliche Zähneputzen oder Haare kämmen zum Tagesablauf dazu. Hierfür wird die Linse aus dem Auge geholt und mit einer Pflegelösung gereinigt und abgespült. Anschließend wird sie mit der gleichen Pflegelösung oder einem anderen Mittel in einem Behälter gelagert.

Auf das richtige Pflegemittel kommt es an

Wie bei der Wahl der richtigen Kontaktlinsen müssen auch die richtigen Pflegemittel gefunden werden. Beispielsweise deuten stark gereizte Augen nicht unbedingt auf eine Unverträglichkeit von Kontaktlinsen hin. Die Reizungen, etwa in Form von geröteten Augen, könnten ein Indiz für eine Allergie gegen gewisse Inhaltsstoffe in den Pflegemitteln sein.

Mit Augenmaß brillenlos unterwegs

Das Tragen von Kontaktlinsen ist individuell unterschiedlich und vor allem Gewöhnungssache. Die einen kommen besser mit ihnen, die anderen besser mit einer Brille zurecht. Nur darf man Kontaktlinsen nicht als permanente Sehhilfe verstehen. Auch Kontaktlinsen haben ihre Grenzen. Zwar existieren einige Modelle, mit denen man auch mal ein paar Stunden oder sogar eine Nacht schlafen kann, aber das Auge sollte Erholung haben und sozusagen atmen können. Und als Gag sollte man sie auch nur sehr selten tragen. Ansonsten spricht, sofern weder Arzt noch Optiker Vorbehalte haben, nichts gegen das Tragen von Kontaktlinsen.