Kohl, richtig zubereitet auch roh genießbar

Kohl – richtig zubereitet auch roh genießbar

Der Gemüsekohl zählt botanisch zu den Kreuzblütlergewächsen, macht satt, aber nicht dick und ist das am längsten lagerfähige Gemüse. Der Kohl ist sehr vitaminreich, wird direkt vor unserer Haustür angebaut und zudem auch noch günstig. Seine antibiotisch wirkenden Substanzen werden in der Naturheilkunde bis heute angewendet. Trotzdem wird dem Kohl oft Unrecht getan, indem er als „stinkendes Essen für arme Leute“ bezeichnet wird. Im Rohkost-Ratgeber von eurapon erfahren Sie mehr über die Vitaminbombe, welche Sorten es gibt, und welche davon zum rohen Verzehr geeignet sind!

Welche Kohlsorten gibt es?

Diese Sorten sind in den heimischen Küchen am beliebtesten, wobei unangefochten wohl der Weißkohl und seine Verwendung als Salat und Sauerkraut den höchsten Bekanntheitsgrad erlangt haben.

Kohl ist in den Gärten Mitteleuropas schon seit dem 12. Jahrhundert bekannt, und wird neben Kartoffeln, Möhren und Spargel am häufigsten angebaut. Das größte Kohlanbaugebiet befindet sich in Schleswig-Holstein, wo pro Jahr etwa 80 Millionen Kohlköpfe geerntet werden, hauptsächlich Rotkohl, Weißkohl und Wirsing. Die Erntezeit erfolgt von Mitte September bis November. Diese Zeit ist oft verbunden mit traditionellen Festen, Kürung der Kohlkönigin etc.

In Österreich und der Schweiz spielt der Kohlanbau keine Hauptrolle, hier züchtet man hauptsächlich Weißkohl, Rotkohl und Blumenkohl.

Ist Kohl roh verzehrbar?

Gleich vorneweg: Jede Kohlsorte ist roh genießbar. Damit Kohl roh gegessen jedoch angenehmer zu verdauen ist, sollten Sie ihn mit der Reibe in kleine Scheiben reiben. So kann man sogar Kohlsprossen roh genießen! Gegen die manchmal auftretenden Blähungen können Sie gleich mit Gewürzen Abhilfe schaffen: Kreuzkümmel, Fenchel und Ingwer helfen, einen unangenehmen Blähbauch zu vermeiden. Am besten integrieren Sie diese Gewürze in das Dressing.

Wenn Sie Kohl roh verzehren, profitieren Sie am meisten von seinen zahlreichen Nährstoffen. Dazu gehören unter anderem die Vitamine C, B6, E und K, sowie Beta-Carotin, Folsäure, Kalium und Kalzium und natürlich Eisen. Vor allem im Herbst, wenn die Erkältungssaison wieder im Anmarsch ist, liefert Kohlgemüse neben Zitrusfrüchten wichtiges Vitamin C. 250 g Weißkohl decken beispielsweise den Tagesbedarf an Vitamin C. Ebenso wichtig sind auch die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, die sogenannten Flavonoide. Diese gehören zu den Antioxidantien, welchen nachgesagt wird, dass sie freie Radikale hemmen und Zellgifte binden, und somit ein wertvoller Beitrag zur Gesundheit sind. Dass Antioxidantien mitbeteiligt sind am Verhindern von Tumorerkrankungen, ist immer wieder Gegenstand von medizinischen Studien.

Weißkohl ist wohl die bekannteste roh verzehrte Kohlsorte, da er sich oft in Salaten wiederfindet. Ebenso schmackhaft ist auch Rot- oder Grünkohl, vor allem im Winter sind diese Salate eine tolle Alternative, wenn es an frischen Blattsalaten mangelt. Eine weitere Möglichkeit, Kohl roh zu genießen, ist die Integration in einen Smoothie. Hier eignen sich Kohlsorten mit weicheren Blättern, die sich leicht pürieren lassen, wie Chinakohl oder Wirsing.

Frischer Weißkohlsaft ist ein altbewährtes Hausmittel bei Magen-Darm-Beschwerden, selbst Magengeschwüre können durch eine Kohlsaftkur gebessert, oder sogar geheilt werden. Dazu sollten Sie vier Wochen lang jeden Tag einen halben Liter Kohlsaft zu sich nehmen.

Auch die Blätter des Kohls wurden früher als Umschläge unter anderem für schlecht heilende Wunden eingesetzt.

Kohl selber anbauen

Wenn Sie Kohl selbst im Garten anbauen wollen, sollten Sie sich bewusst sein, dass er nicht zu den anspruchslosesten Gemüsesorten zählt. Sein Nährstoffbedarf ist hoch, und er wünscht sich einen tiefgründigen Boden mit pH-Wert zwischen 5,5 und 6,8. Außerdem gedeiht er nicht, wenn er stets am gleichen Platz gepflanzt wird, da der Kohl den Boden auszehrt. Im Folgejahr sollte er also an einer anderen Stelle des Gartens gepflanzt werden. Außerdem schätzt der Kohl es nicht, wenn er Knoblauch und Zwiebeln als Nachbarn im Beet hat. Achten Sie darauf, dass der Boden immer leicht feucht ist. Außerdem erwartet der Kohl einen regelmäßigen Nährstoff-Booster, am liebsten in Form von selbst hergestellter Brennesseljauche.

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