Koffeinschock – Die eine Tasse zu viel

Ob in Kaffee, Cola, Energy-Drinks oder auch Tee – für viele sind koffeinhaltige Getränke zu einer Art Lebenselixier geworden. Ohne geht es nicht mehr. Vor allem als treuer Begleiter in anstrengenden und stressigen Phasen. Doch was ist Koffein eigentlich, wie wirkt es und wann kommt es zu einem Koffeinschock bzw. einer Überdosis Koffein?

Was ist Koffein und wie wirkt es?

Koffein findet sich zum einen in natürlicher Form als Bestandteil vieler Pflanzen, zum anderen kann es auch synthetisch hergestellt werden. Dabei handelt es sich um eine psychoaktive Substanz, die primär das Nervensystem anregt, die Konzentration fördert und Müdigkeit entgegenwirkt. Zu dieser anregenden Wirkung kommt es, weil neben der vermehrten Ausschüttung der beiden Stresshormone Kortisol und Adrenalin Koffein im Nervengewebe Rezeptoren blockiert und der Botenstoff Adenosin dort nicht andocken kann. Adenosin reguliert die Gehirnaktivität und signalisiert dem Körper Müdigkeit.

Seine Wirkung entfaltet Koffein nach etwa 20 bis 30 Minuten. Je nach Verfassung und Darreichungsform kann es auch etwas früher oder später zu wirken beginnen.

Gibt es wirklich einen Unterschied zwischen Koffein und Teein?

Wenn man sich zwischen Kaffee- und Teetrinkern umhört, fällt gerade bei Kaffeetrinkern die Antwort eindeutig aus: Ja, es gibt einen Unterschied. In Tee kommt Teein vor, im Kaffee dagegen das stärker wirkende Koffein. Allerdings ist diese Antwort nicht richtig. Sowohl bei Kaffee als auch Tee handelt es sich um Koffein. Ein Unterschied existiert lediglich in Bezug auf die Freisetzung im menschlichen Körper. Während Koffein im Kaffee an einen sogenannten Chlorogensäure-Kalium-Komplex gebunden ist und bei Kontakt mit der Magensäure freigesetzt wird, ist Koffein im Tee an Gerbsäuren (Polyphenole) gebunden und wird erst im Darm freigesetzt. Es tritt eine spätere Wirkung auf, dafür hält sie beim Tee länger an als bei Kaffee.

Welche Nebenwirkungen kann Koffein verursachen?

Abhängig von der Dosis, Darreichungsform und den körperlichen Voraussetzungen kann Koffein eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen. Gerade bei Kindern, älteren Personen und Schwangeren sollte eine Koffeinzufuhr mit besonderer Vorsicht erfolgen und gewisse Dosen nicht überschreiten. Bei Schwangeren etwa kann das Wachstum des Fötus beeinträchtigt werden. Generell werden Koffein folgende Nebenwirkungen zugerechnet:

  • Nervosität, Reizbarkeit, innere Unruhe und Angstzustände
  • Einschlafprobleme und Schlaflosigkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden, gesteigerter Harndrang, Inkontinenz (bei Männern)
  • Schweißausbrüche, Zittern und Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen, Pulsbeschleunigung und Herzrhythmusstörungen

Kann Koffein süchtig machen?

In der Wissenschaft wird kontrovers darüber diskutiert, ob Koffein als medizinisches Suchtmittel zu kategorisieren ist. Unbestritten ist jedoch, dass Koffein eine sowohl psychische als auch körperliche Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen verursachen und zu einer Toleranzentwicklung führen kann.

Eine Koffeinabhängigkeit tritt vordergründig bei regelmäßigem und nicht bei übermäßigem Konsum auf. Entzugserscheinungen treten in der Regel zwölf bis 24 Stunden nach dem letzten Koffeinkonsum auf und zeichnen sich aus durch:

  • Erschöpfung, Energieverlust, Kopfschmerzen und Schläfrigkeit
  • sinkende Zufriedenheit und depressive Stimmung
  • Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, verminderte Wachsamkeit
  • bisweilen grippeähnliche Symptome

Die Entzugserscheinungen erreichen nach 20 bis 50 Stunden ihren Höhepunkt und können noch Wochen andauern. Die Dauer hängt davon ab, ob man schrittweise den Koffeinkonsum reduziert oder sich einem kalten Entzug stellt und sofort auf Koffein verzichtet.

Wann tritt eine Überdosierung auf?

Eine Koffeinüberdosis ist zunächst nichts anderes als eine Vergiftung. Sie tritt bei Erwachsenen je nach Körpergewicht bei einer Dosis von etwa über einem Gramm auf. Die Symptome sind deutlich spürbar. Es kann zu Nervosität, Zittern, Schwindel sowie Übelkeit und Erbrechen kommen. Auch Angst- sowie Erregungserscheinungen sind keine Seltenheit. Zudem können vor allem ein stark beschleunigter Puls sowie ein deutlich erhöhter Herzschlag auftreten. Diese Art der Herzrhythmusstörung kann sich auf den Zeitraum der Überdosierung beschränken und ohne Einfluss bleiben, aber auch eine permanente Herzrhythmusstörung zur Folge haben.

Was sollte bei einer Koffeinüberdosis unternommen werden?

Gerade bei Herzauffälligkeiten oder einem hohen Pulsschlag kann ein Kreislaufkollaps drohen. Deswegen sollte bei einer Koffeinüberdosis ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann beruhigende Maßnahmen einleiten und weitere ernsthafte Symptome erkennen, damit man sich auch künftig ohne Einschränkungen auf eine Tasse Kaffee freuen kann.