Knalltrauma: Diagnose und Therapie

Das Knalltrauma ist ein sogenanntes akustisches Trauma und Folge eines hohen Schalldrucks auf das Ohr. Die Diagnose ist wichtig, denn eine frühzeitige Behandlung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht zu bleibenden Schäden kommt.

Wie entsteht ein Knalltrauma?

Auslöser für ein Knalltrauma gibt es viele. Ein Böller beim Silvesterfeuerwerk kann die Störung ebenso auslösen, wie der Airbag bei einem Unfall oder ein in der Nähe des Ohrs abgefeuerter Schuss. Nicht selten ist auch der laute Knall beim Aufprall zweier Fahrzeuge während eines Unfalls der Grund für das Trauma. Aber auch Fehlzündungen, heruntergefallene Gegenstände oder ein Schlag auf das Ohr sind mögliche Auslöser für die Störung.

Dabei ist das auslösende Geräusch mit 1-3 Millisekunden ausgesprochen kurz. In der Folge kommt es zu einer Schädigung des Stoffwechsels der Haarzellen, die für die Weiterleitung des Schalls nötig sind.

Im Gegensatz zum Knalltrauma steht das Explosionstrauma, das durch längere Schallwellen verursacht wird. Ein Explosionstrauma kann auch die Folge lauter Musik sein, wie sie auf Konzerten zu hören ist. Das Knalltrauma wird aber immer nur durch einen einzigen lauten Knall ausgelöst.

Symptome und Diagnose des Knalltraumas

Der Patient klagt über Hörverlust auf dem betroffenen Ohr, das sich anfühlen kann, als sei es verstopft. Auch ein anhaltendes Druckgefühl ist möglich. Manche Patienten berichten auch von einem unangenehmen Pfeifen im Ohr, dem Tinnitus. Wie bei vielen Erkrankungen des Ohrs können auch beim Knalltrauma Gleichgewichtsstörungen und Schwindel auftreten. Möglich ist auch eine plötzliche Überempfindlichkeit gegenüber anderen Geräuschen.

Ein Knalltrauma tritt für gewöhnlich nur auf einem Ohr auf. Die Diagnose stellt der Hals-Nasen-Ohrenarzt. Dafür führt er einige Untersuchungen und Tests durch, wie die Audiometrie. Auffällig ist dann, dass die Erkrankung den Betroffenen vor allem Probleme beim Hören der Buchstaben s und f bereiten, die dann wie Zischlaute klingen. Konkret bedeutet das, dass der Patient die Geräusche und Buchstaben zwar hört, aber nicht mehr deutlich genug. Der Gang zum Arzt ist wichtig, denn nur so wird die Behandlung in die Wege geleitet.

Ist eine Behandlung erforderlich?

Nicht jeder Betroffene erkennt, dass die Hörstörung behandlungsbedürftig ist. Das muss nicht zwingend zu bleibenden Schäden führen. Die Symptomatik kann auch von allein wieder nachlassen. Das Ohr erholt sich nach einigen Tagen und die Hörfähigkeit ist wieder hergestellt. Da die spontane Ausheilung aber nicht vorhersehbar ist, sollten Betroffene den sicheren Weg gehen und unbedingt einen Facharzt aufsuchen, der dann entscheidet, ob eine Behandlung eingeleitet werden muss.

Die Behandlung des Knalltraumas

Für die Behandlung stehen mehrere Therapiewege zur Verfügung. Es ist zwar möglich, den Verlauf abzuwarten. Dies sollte jedoch der Facharzt entscheiden, da im schlechtesten Fall das Knalltrauma nicht ausheilt und es zu einer dauerhaften Hörschädigung kommt.

Im akuten Fall ist die Behandlung mittels Infusion mit Kortison üblich. Zusätzlich kann sich die Infusion mit einem Blutplasmaersatzstoff empfehlen. Grund für den Erfolg sind Kortisonrezeptoren im Ohr. Die Behandlung sorgt für den Rückgang der entstandenen Schwellung sowie für die Durchblutungsförderung.

Genügt das nicht, empfiehlt sich eine Sauerstofftherapie. Die Anwendung findet in einer Druckkammer statt, um die Haarzellen mit Sauerstoff zu versorgen. Eine solche Behandlung wird nicht immer von der Krankenkasse übernommen. Die Chancen auf eine Heilung sind aber bei allen Verfahren gut. Wichtig dabei ist aber auch die frühzeitige Behandlung. Ist das der Fall, ist die vollständige Hörfähigkeit für gewöhnlich nach etwa sechs Wochen wieder hergestellt. Passiert das nicht, kann ein Hörgerät notwendig werden. Eine Operation ist nur in Ausnahmefällen erforderlich.

Vorbeugung – das Knalltrauma verhindern

Überall dort, wo mit lauten, knallenden Geräuschen zu rechnen ist, sollten die Ohren geschützt werden. Kopfhörer und In-Ear-Ohrschutz können helfen. Da Kinder besonders gefährdet sind, brauchen Sie besonders guten Ohrschutz. Außerdem muss das Risiko den Menschen bewusster werden.