Rohkost Topinambur

Knackige Alternative zur Kartoffel: Vielseitige Topinambur

Auf den ersten Blick haben eine Topinamburknolle und eine Sonnenblume nicht wirklich viel gemeinsam. Tatsächlich zählen sie aber botanisch zur selben Familie der Korbblütler. Für die essbare Knolle der Topinamburpflanze gibt es viele Bezeichnungen: Erdbirne, Erdartischocke, Indianerknolle, Erdtrüffel oder auch Ewigkeitskartoffel sind nur einige Beispiele. Ebenso vielseitig sind auch die Verwendungsmöglichkeiten: Sie schmeckt roh, gekocht, gebraten, gebacken oder auch frittiert. Beim eurapon-Rohkostratgeber liegt der Schwerpunkt natürlich auf dem rohen Genuss und einigen nützlichen Zusatzinfos über die tolle Knolle.

Was ist eigentlich die Topinambur?

Ihre Heimat ist Nord- und Mittelamerika, mittlerweile wird sie vor allem auch in Russland, Australien und Asien angebaut. Der Name „Topinambur“ leitet sich von dem indigenen Volk „Topinamba“ ab. Sie haben die Knolle als Nahrungs- und Futtermittel für sich entdeckt. In Europa ist Topinambur seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Es existieren mehr als 25 Sorten. Die Schale der Knolle ist je nach Sorte braun bis lila gefärbt, während das Innere weiß ist.

Es handelt sich bei Topinambur um eine krautige Pflanze, die bis zu 3 m hoch werden kann. Für den Verzehr von Bedeutung sind die Rhizomknollen, aus denen mehrere Stängel wachsen, welche zwischen August und November auch Blütenstände entwickeln. Die Knollen können in der Erde auch überwintern, sie halten Temperaturen bis zu -30° C aus, ihre Größe entspricht in etwa der von Kartoffeln.

Die Topinambur-Pflanze ist anspruchslos und ist auch mit nährstoffarmen Böden zufrieden. Lockerer, leicht sandiger Boden wird bevorzugt, gestaute Nässe mag sie weniger gerne. Außerdem ist die Pflanze sehr resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Wenn Sie Topinambur im heimischen Garten anbauen möchten, empfiehlt sich eine Wurzelsperre, da die Pflanze stark wuchert und dazu neigt, andere Pflanzen zu verdrängen.

Topinambur roh essen?

Wie bereits erwähnt, ist Topinambur ein sehr vielseitiges Gemüse und kann auch bedenkenlos roh verzehrt werden. Ob die Wurzelknolle dabei geschält wird oder nicht, ist Geschmackssache. Die Schale ist sehr dünn und stört nicht. Wenn die Schale mitverzehrt wird, ist es wichtig, die Knolle gut abzuspülen und auch mit einer Bürste zu schrubben, um alle Erdrückstände zu entfernen. Für den rohen Verzehr eignen sich besonders die kleinen Knollen. Die großen sind oftmals bereits ein wenig holzig und sind als Suppe oder Püree schmackhaft.

Nach dem Waschen schneiden Sie die Knolle in Stücke und marinieren diese für mindestens zehn Minuten in mit Wasser verdünntem Zitronensaft. So werden sie vor dem Braunwerden geschützt. Besonders gut kombinieren lässt sich rohe Topinambur mit Sellerie, Orangen, Äpfeln, Möhren oder Zwiebeln als Rohkost, bzw. Salat.

Der Geschmack von Topinambur ist leicht süßlich bis nussig und erinnert an Maroni, bzw. Artischocken. In der chinesischen Medizin (TCM) gilt Topinambur als wärmend und nährend, wodurch sich Energiemangel im Winter gut ausgleichen lässt.

Erwähnenswert ist noch, dass die Topinamburknolle einen hohen Anteil des Ballaststoffes Inulin (nicht zu verwechseln mit dem Hormon Insulin!) aufweist. Dadurch ist sie auch für Diabetiker geeignet. Allerdings bedeutet es auch, dass empfindliche Personen auf den unverdaulichen Ballaststoff Inulin mit Verdauungsbeschwerden reagieren können, meistens aber erst bei größerer Verzehrmenge.

Ist Topinambur gesund?

Mit 30 Kilokalorien pro 100 g ist Topinambur ein kalorienarmes Gemüse, das aber dennoch gut satt macht aufgrund des Ballaststoffgehaltes. Zu 80 % besteht die Knolle aus Wasser. Topinambur enthält u.a. die Vitamine A, B1, B2 und Niacin, außerdem die Mineralstoffe Eisen, Kalium und Kalzium.

Der enthaltene Ballaststoff Inulin dient als Nahrung für nützliche Darmbakterien, die sich aufgrund dessen vermehren und für eine gesunde Darmflora sorgen, was nachweislich auch die Abwehrkräfte steigert. Eine weitere positive Wirkung von Inulin ist die Verbesserung der Kalziumaufnahme, was zu einer besseren Verwertung führt. Somit wirkt sich der Verzehr von Topinambur auch positiv auf die Stabilität unserer Knochen aus.

Topinambur ist ein Wintergemüse, welches Sie von Oktober bis März in den Gemüseabteilungen von Supermärkten, bzw. am Wochenmarkt vorfinden. Auch in asiatischen Läden können Sie fündig werden.