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Kamille – Klein und unscheinbar mit großer Wirkung

Die Kamille ist eine der bekanntesten Heilpflanzen überhaupt. Die kleine und unscheinbare Pflanze mit dem etwa 2 cm großen gelben Blütenkopf und den weißen Blütenblättern wird 15 bis 50 cm hoch und gehört zu den Korbblütlern. Die Blütezeit liegt zwischen Mai und September. Die beliebte Pflanze mag Brachflächen, wächst aber auch auf Äckern und fühlt sich auf Flächen wohl, auf denen sich die Natur ihren Raum zurückerobert. Dort profitiert sie von nährstoffarmen Böden.

Die Rede ist aber immer von der „echten Kamille“, die 1987 Arzneipflanze des Jahres war. Der echten Kamille steht die sogenannte falsche Kamille gegenüber. Die Blütenköpfe sind doppelt so groß wie die der echten Kamille. Außerdem ist die falsche Kamille nahezu geruchlos und erreicht eine stattliche Höhe von bis zu 80 cm.

Welche Teile der Pflanzen werden verwendet?

Im ätherischen Öl aus den Blüten befinden sich Substanzen, deren Heilwirkung bewiesen ist. Dazu gehören Bisabolol, Matricin, Matricarin, Flavonide, Cumarine, Schleimstoffe und weitere, die eine starke Wirkung auf den gesamten Organismus entfalten. Nicht umsonst ist die Kamille aus der Hausapotheke nicht wegzudenken.

Die Anwendung der Heilpflanze

Die Kamille wird äußerlich und innerlich angewandt. Die bekannteste Form der Darreichung ist der Tee. So wirkt die Kamille vor allem krampflösend auf den Magen- und Darmtrakt, aber auch antibakteriell. Tees auf der Basis von Kamille sind in Drogerien und Apotheken erhältlich.

Es gibt sie zwar auch günstig in Supermärkten, allerdings besteht hier die Gefahr, dass die Konzentration der Wirkstoffe nicht ausreicht und dass weitere Substanzen zugefügt wurden. Außerdem ist die Herkunft nicht immer klar.

Wer sich für heilende Tees entscheidet, sollte daher Wert auf Bioqualität legen. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, die Kamillenblüten selbst zu sammeln, falls sich ausschließen lässt, dass die Pflanzen verunreinigt sind. Das können Exkremente von Tieren sein, aber auch Herbizide von nahen Feldern. Es genügt dann nicht, die Blüten zu waschen. Außerdem empfiehlt sich das Sammeln nur für Personen, die die Kamille sicher erkennen und nicht mit anderen Pflanzen verwechseln. Vor diesem Hintergrund ist der Kauf aus kontrolliertem Anbau sicher die bessere Entscheidung.

Kamille als ätherisches Öl

Besondere Wirkung entfaltet das Öl der Kamille in einer Duftlampe. Kamille eignet sich aber auch als Raumduft, allerdings nur in geringer Dosis. So genügen wenige Tropfen auf eine Schale Wasser, das erwärmt wird. Bleibt die Duftlampe über den ganzen Tag im Einsatz, entfaltet sie über Stunden eine gleichmäßig wirksame, entspannende Atmosphäre.

Wohltuend wirkt das Öl auch unterstützend bei einer Massage. Die Voraussetzung ist aber, dass die Person, die massiert wird, den Duft des Öls als angenehm empfindet. In diesem Fall empfiehlt sich die Anwendung gegen Muskelprobleme, aber auch bei Kopfschmerzen und unterstützend bei weiteren akuten Erkrankungen, wie Erkältungen.

Bei offenen Wunden ist allerdings etwas Vorsicht geboten. Das gilt auch bei Hautveränderungen unklarer Herkunft. Statt einem flüssigen Extrakt aus der Kamille empfehlen sich Cremes und Heilsalben auf der Basis von Kamille. Der Beipackzettel liefert die nötigen Informationen, für welche Krankheitsbilder das Mittel vorgesehen ist.

Kamillenbäder als wohltuende Anwendung

Kamille im Badewasser ist eine gute Möglichkeit, eine Vielzahl von Krankheiten begleitend zu behandeln. Die Therapie richtet sich unter anderem gegen entzündliche Erkrankungen des Anal- und Genitalbereichs, Hämorrhoiden, Gicht und rheumatische Erkrankungen. Dabei muss es sich nicht einmal um ein Vollbad handeln. Auch ein Teilbad bringt Linderung, z.B. 50 g Kamillenblüten auf 10 Liter  warmes Wasser gegeben, damit sich die entzündungshemmende Wirkung entfalten kann. Die aufsteigenden wohltuenden Dämpfe tragen außerdem zu einem erholsamen Effekt bei, denn die Psyche reagiert positiv auf die Kamillenbäder. Bei Unruhezuständen, wie auch bei der Neigung zu schlechten Träumen oder Ängsten, wie sie bei Kindern vorkommen, eignen sich Kamillenbäder ebenfalls. Und schließlich ist das Dampfbad über der Schüssel mit Kamille ein bewährtes Hausmittel bei Erkältungen.

Gibt es Nebenwirkungen oder Gegenanzeigen?

Nebenwirkungen bei der Anwendung von Kamille sind nicht bekannt. Das gilt natürlich nur, solange keine Allergien vorliegen. Eine typische Reaktion können Irritationen der Haut sein. Wer auf andere Korbblütler allergisch reagiert, sollte vorsichtshalber ebenfalls auf die Verwendung von Kamille verzichten. Personen, die Kamille noch nie verwendet haben, sollten vorsichtshalber erst eine kleine Hautstelle behandeln und die Reaktion abwarten. Das gilt besonders bei kleinen Kindern, die besonders empfindlich reagieren können.

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