Isoglukose

Isoglukose – billige Massenware, die krank macht?

Isoglukose, auch als Isoglucose, Isomerose oder Isomeratzucker bekannt, ist ein Gemisch aus den beiden Einfachzuckern Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker (Fruktose). Der benötigte Traubenzucker wird in Form von Glukosesirup industriell in einer biochemischen Reaktion aus Stärke gewonnen. Diese Stärke wiederum stammt aus Kartoffeln, Reis, Mais, Sago oder Weizen. In den USA ist Mais die wichtigste Stärkequelle. Durch die enzymatische Umwandlung eines Teils der Glukose in Fruktose entsteht die Isoglukose, die eine wichtige Rolle in der Süßmittelindustrie spielt. Sie kommt zum Beispiel fast ausschließlich statt Haushaltszucker in Softdrinks der USA vor.

Auch unser Haushaltszucker, die Saccharose, besteht aus den beiden Zuckersorten Trauben- und Fruchtzucker, allerdings fest miteinander verbunden (als sogenannter Zweifachzucker) im Verhältnis 50:50. Bei Isoglukose ist das Verhältnis unterschiedlich. Die Gewinnung von Saccharose aus Zuckerrüben dauert rund zwei Tage. Die Herstellung von Isoglukose geht deutlich schneller. Die Süßkraft von Isoglukose ist höher als die von normalem Haushaltszucker, sodass eine geringere Menge für den gleichen Geschmack im Endprodukt nötig ist.

Was ist bedenklich an Isoglukose?

Bis 2017 hatte die Produktion von Isoglukose in Europa kaum Relevanz. Als jedoch durch das Freihandelsabkommen TTIP die europäische Agrarpolitik neu geregelt wurde, hatte das auch Auswirkungen auf den Zuckermarkt. Und so hält billiger, oft minderwertiger Maissirup aus den USA, Kanada und Mexiko Einzug in unsere Lebensmittelläden. Minderwertig deshalb, weil zur Herstellung oftmals genmanipulierter Mais zum Einsatz kommt, was die Produktion nochmals verbilligt. In Deutschland ist diese Form der Herstellung bislang nicht zulässig.

Doch dass der Maissirup billige, oft genveränderte Massenware ist, stellt nicht das einzige Problem für unsere Gesundheit dar. Isoglukose steht im Verdacht, Fettleibigkeit und die damit verbundenen Begleiterkrankungen zu fördern. Der Fruchtzucker wird in der Leber schneller in Fett umgewandelt und ist daran beteiligt, dass die Triglyceride, bzw. der LDL-Cholesterinwert ansteigen. Bei geringem Energiebedarf wird die Fruktose schnell als Fett gespeichert.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass Fruktose im Gegensatz zur Glukose nur ein geringes Sättigungsgefühl erzeugt. Ein hoher Anteil an Fruktose in einem Produkt steigert dessen Süßkraft. Konsumenten gewöhnen sich an den Geschmack. Der Kunde wird immer zu noch süßeren Lebensmitteln greifen, um geschmackliche Befriedigung zu erlangen. Vor allem Kinder gewöhnen sich schnell an den Geschmack und entwickeln ein suchtartiges Verlangen.

Das Problem ist in den USA seit den 1970er Jahren bekannt, als Haushaltszucker gegen Maissirup ausgetauscht wurde. Inzwischen ist bekannt, dass Isoglukose durchaus gesundheitsschädlich ist, wodurch der Verkauf zurückgeht. Deshalb sind neue Märkte in Übersee interessant. Da hierzulande vor allem der Haushaltszucker als ungesund wahrgenommen wird, nicht aber die Zuckerersatz- und Austauschstoffe, findet Isoglukose Absatz.

Welche Lebensmittel enthalten Isoglukose?

Bei folgenden Lebensmitteln sollten Sie die Inhaltsstoffe genau überprüfen, denn sie können Isoglukose (als Fruktose-Glukose-Sirup bezeichnet) statt oder zusätzlich zum Haushaltszucker enthalten:

  • Milchprodukte wie Joghurt, Puddings oder Eiscreme
  • Tiefkühltorten, Kekse
  • Limonaden, isotonische Getränke
  • Brötchen und Brote zum Aufbacken
  • Tütensuppen, Mikrowellengerichte, Fertigsaucen, Fertigsalate, Konservenware
  • Nahrungsmittel für Kinder

Ein besonderes Problem stellt der Fruktose-Glukose-Sirup für Personen dar, die an einer Fructosemalabsorption leiden und mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Blähungen oder Durchfall auf Fruchtzucker reagieren. Das sind in der deutschen Bevölkerung ganze 20 bis 30 %.

Wie erkennt man Isoglukose in Lebensmitteln?

Für Haushaltszucker empfiehlt die Deutschen Gesellschaft für Ernährung, dass ein Maximum von 6 Teelöffeln für Frauen und 9 Teelöffeln für Männer nicht überschritten werden sollte. Zucker wird mit der Entstehung von einer Reihe von Krankheiten in Verbindung gebracht. Bei Isoglukose geht der Prozess vermutlich noch schneller vonstatten.

Auch gesundheitsbewusste Verbraucher, die Inhaltsstoffe genau überprüfen, werden trotzdem überwiegend getäuscht über die Angaben von Zuckerarten in den Produkten. Das Problem ist die verwirrende Kennzeichnung der Produkte. Denn es gibt über 70 verschiedene Bezeichnungen für Zuckerarten. „Ungesüßt“ bedeutet ebenfalls nur, dass kein Kristallzucker enthalten ist, das bedeutet aber mitnichten, dass das Produkt frei von Zuckeraustauschstoffen ist.

Auf der Lebensmittelverpackung ist ebenfalls nur erkennbar, ob es sich um ein Glukose-Fruktose-Gemisch handelt. Die Höhe der Anteile taucht nicht auf.

Wer Isoglukose weitgehend vermeiden will, dem bleibt nur übrig, konsequent selbst frisch zu kochen und nur Grundzutaten einzukaufen. Ansonsten braucht man zum Einkaufen eben eine Lupe und sehr viel Zeit…