intervallfasten

Intervallfasten – Wie funktioniert es?

Die Idee dahinter ist nicht wirklich neu – unsere Vorfahren als Jäger und Sammler mussten jedenfalls immer wieder für eine Zeitlang auf Nahrung verzichten, wenn kein Essen verfügbar war. Wer sich heute für einen stundenlangen Nahrungsverzicht entscheidet, tut dies überwiegend aus freien Stücken. Intervallfasten wird bei Promis und Fitnessgurus derzeit besonders gehypt. Sie können Intervallfasten zu jeder Zeit und an jedem Ort durchführen und brauchen keinen komplizierten Ernährungsplan, sondern nur eine Uhr. Wie man Intervallfasten richtig durchführt, was dabei im Körper passiert und welche Arten es gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag von eurapon.

Intervallfasten – was bringt es unserem Körper?

Auch der bekannte Arzt und Autor Eckart von Hirschhausen schwört auf die Methode des intermittierenden Fastens. Vorübergehend auf eine Nahrungsaufnahme zu verzichten ist wesentlich weniger kräftezehrend als tagelanges Fasten, und somit auch besser in den Alltag integrierbar. Der Grund für das Fasten ist unter anderem folgender: Durch den Nahrungsverzicht greift der Körper auf bestehendes Zellmaterial zurück. So werden defekte oder nicht mehr benötigte Zellbestandteile vom Körper abgebaut, was die Zellgesundheit positiv beeinflusst.

Warum dann auch die Kilos purzeln, hat das Deutsche Institut für Ernährungsforschung am Mausmodell herausgefunden: Wenn Mäuse ständig futtern, verbrennen sie nur Kohlenhydrate. Bekommt der Körper eine Zeitlang keinen Nachschub an Nahrung, schaltet sich auch der Fettstoffwechsel ein. In dieser Phase wird aktiv Fett verbrannt und die Pölsterchen schmelzen.

Aber das war noch nicht alles: Es wurde festgestellt, dass sich beim Intervallfasten weniger giftige Zwischenprodukte in der Leber ansammeln, und die Versuchsmäuse wieder empfindlicher auf das Hormon Insulin reagierten. Das wiederum bedeutet, dass so einer Diabetes 2-Erkrankung vorgebeugt werden kann. Mediziner schließen aus dem vermehrten Abbau von schädlichen und nicht mehr benötigten Substanzen durch das Intervallfasten darauf, dass weiteren Erkrankungen mit Intervallfasten vorgebeugt werden kann. Untersucht werden derzeit beispielsweises Demenz, Schlaganfall, Herzinfarkt und verschiedene Krebserkrankungen. Allerdings fehlen bislang größere Datensammlungen bei Menschen im Rahmen von Studien.

Wie funktioniert das Intervallfasten?

Die gängigste Methode beim Intervallfasten ist die 8/16 Methode: An acht Stunden pro Tag ist Essen erlaubt, die restlichen sechzehn Stunden dürfen nur kalorienfreie Getränke konsumiert werden. Auch schwarzer Kaffee ist erlaubt und beliebt, da er appetithemmend wirkt. Optimal bei dieser Art zu fasten ist ein spätes Frühstück und ein frühes Abendessen, da so auch die Schlafenszeit als Fastenzeit gerechnet werden kann.

In den acht Stunden Essenszeit dürfen Sie zu sich nehmen, worauf Sie Lust haben. Sinnvoll ist es natürlich, auch in dieser Zeit ein Auge auf die Kalorienzufuhr zu haben und sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Süßigkeiten, Weißmehl und raffinierte Kohlenhydrate sollten also nicht in rauen Mengen verzehrt werden, da es sich auf Dauer negativ auf die gewünschte Gewichtsabnahme auswirken würde.

Einige Intervallfastende praktizieren unter der Woche die 8/16-Methode, und essen am Wochenende „normal“ und ohne auf die Uhr zu schauen.

Eine weitere Methode des Intervallfastens ist die 5/2-Methode. Das bedeutet, dass an 5 Tagen in der Woche normal gegessen und an zwei Tagen gefastet wird. Wobei Fasten in diesem Fall nicht komplett ohne Nahrung bedeutet: für Frauen sind 500 Kalorien und für Männer 600 Kalorien täglich erlaubt. Wann diese konsumiert werden, ist egal. Ratsam sind magere Eiweißquellen, Gemüse, oder Obstsorten mit wenig Zucker (z.B. Beeren). Optimal ist es, wenn die beiden Fastentage an Tagen mit geringerer körperlicher Beanspruchung stattfinden, wie zum Beispiel am Wochenende.

Ist das Intervallfasten für jeden geeignet?

Wichtig ist, dass Sie auch in der Zeit des Intervallfastens auf Ihren Körper hören. Wenn Sie deutliche Hungersignale, Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen etc. verspüren, dann sollten Sie sich nicht zu den 16 Stunden Nahrungsverzicht zwingen, da es unnötigen Stress für den Körper bedeutet. Nach ein paar Tagen gewöhnt sich ein gesunder Körper meistens an die veränderte Nahrungsaufnahme. Wenn Sie sich trotzdem weiterhin körperlich beeinträchtigt fühlen, sollten Sie das Intervallfasten beenden.

Außerdem sind folgende Personengruppen nicht für das Intervallfasten geeignet:

  • Kinder
  • Schwangere
  • Senioren
  • Diabetiker oder Menschen mit Blutzuckerproblemen
  • Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen
  • Patienten mit Essstörungen