Ich mach es mir dann mal hygge

Ich mach’s mir dann mal hyggelig…

Hierzulande reicht oftmals ein Prosit der Gemütlichkeit. Bei den Dänen, dem angeblich glücklichsten Volk, gehört dazu noch einiges mehr: Dieses Lebensgefühl nennt sich Hygge. Und was den nordischen Völkern in Fleisch und Blut übergegangen ist, stellt bei uns einen Wohn- und Lifestyletrend dar. Was es damit auf sich hat, ob wir uns davon was abschauen sollten und wie wir das dann umsetzen, erfahren Sie heute im eurapon-Blog.

Was ist Hygge?

Wörtlich aus dem Dänischen und auch Norwegischen übersetzt bedeutet der Begriff „Hygge“ in unserem Sprachgebrauch gemütlich, angenehm und nett. Heißt das nun, Kuschelsocken, eine Tasse Tee und ein Kaminfeuer reichen aus, um sich „hyggelig“ zu fühlen? Ein schlechter Anfang ist das sicher nicht, aber hinter diesem besonderen Lebensgefühl steckt noch viel mehr. Für die Dänen ist ein Punkt zum Beispiel unerlässlich: Zusammensein! In gemeinsam Erlebtem zu schwelgen, fördert definitiv die Glücksempfindung. Und damit ist nicht gemeint, gemeinsam Vorträge zu besuchen, wie sich die Produktivität steigern lässt, sich über Diäten oder Fitness-Trends auszutauschen oder gemeinsam über den Laptop YouTube-Videos zu gucken. Es geht wirklich darum, eine entspannte und gemütliche Zeit mit Freunden und/oder Familie zu verbringen. Was total simpel klingt, wird jedoch für viele von uns bereits zu einer interessanten Aufgabe, die man schon lange nicht mehr gemeistert hat.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch die Beziehung zu Umwelt und Natur. Wie viele bereits richtig vermuten, ist dabei aber nicht gemeint, wer die exotischste Fernreise macht und die besten Schnappschüsse auf Instagram präsentiert. Wann haben wir das letzte Mal bewusst buntes Laub, Tautropfen auf Grashalmen oder die letzten Rosenblüten wahrgenommen, die sich tapfer dem Herbstwind widersetzen?

Damit wir dieses Glücksgefühl aber auch dementsprechend wahrnehmen können, braucht es noch eine Zutat: Achtsamkeit. Wenn wir uns des Glücks nicht bewusst sind, können wir es auch nicht genießen. Das bedeutet, wacher durchs Leben gehen und Atmosphären, Begegnungen, Erlebnisse entsprechend wahrzunehmen und wertschätzen zu können.

Was können wir von Hygge lernen?

Um diese Zufriedenheit, dieses Wohlbefinden zu verspüren, braucht es kein Geld. Hygge-Ratgeber nutzen den Trend natürlich auf ihre Weise, indem hochpreisiger Wohnraumdekor angepriesen wird. Unser Glücksgefühl wird jedoch nicht davon abhängig sein, wie teuer der Kronleuchter in unserem Wohnzimmer ist, oder ob das Bild an der Wand ein namhafter Künstler gemalt hat.

Nicht jeder benötigt dieselben „Zutaten“, um sich hyggelig zu fühlen. Während jemand besonderen Wert auf Zusammensein, Genuss und Harmonie legt, stehen für andere Komfort und internet-/handyfreie Zeit im Vordergrund.

Auch kulinarischer Genuss ist ein wichtiger Beitrag zum „Hygge“. War es in unserer Kindheit nicht besonders gemütlich in der Küche, wenn die Mutter Brot oder Kekse gebacken oder Marmeladen eingekocht hat? Falls Sie es selbst noch nie probiert haben, ist vielleicht jetzt der richtige Zeitpunkt, um herauszufinden, ob Sie diese vertrauten Tätigkeiten glücklich stimmen.

Hygge für Zuhause

Wer Hygge im Herzen trägt, möchte es natürlich gerne nach außen zeigen. Und die eigenen vier Wände tragen schließlich sehr zum Wohlbefinden bei. Die typische Farbe des Wohlbefindens ist Weiß, sie lässt die Zimmer größer und luftiger wirken. Wem das zu eintönig ist, der setzt entweder Akzente mit knalligen Farben oder wählt Pastelltöne.

Damit das Weiß nicht zu eintönig, bzw. klinisch wirkt, können Sie Kontraste mit Holz setzen. Egal ob Holzdielen oder Holzmöbel, ob alt oder neu, Holz sorgt sofort für Gemütlichkeit und Skihütten-Romantik.

Auf Wohnaccessoires darf für das gemütliche Kuschelgefühl nicht verzichtet werden. Flauschige Teppiche, Felle oder kuschelige bunte Kissen sorgen für Behaglichkeit. Nur übertreiben sollte man es nicht damit, überladen sollte der Raum keinesfalls wirken.

Accessoires aus Plastik kommen beim Hygge-Stil kaum zum Einsatz. Während beim Geschirr Steingut, Porzellan und Keramik gefragt sind, werden Esstisch und Co. oft mit natürlichen Materialien dekoriert: Holz, Äste, Moos, Steine, Nüsse, Zapfen oder Selbstgebasteltes.

Grelles Licht ist ebenso ungeeignet, wie nur eine einzige Lichtquelle. Gemütlich wirkt eine indirekte Beleuchtung durch verschiedene Tisch- oder Stehlampen. Natürlich dürfen auch Kerzen zum Einsatz kommen. Das Sahnehäubchen für das Hygge-Feeling ist das Kaminfeuer, wenn vorhanden.