Pollenbelastung 2018

Herausforderung für Pollenallergiker – was macht 2018 so extrem?

Wenn Sie an einer bekannten Pollenallergie leiden, wissen Sie meistens schon, was in den ersten warmen Tagen an Beschwerden auf Sie zukommt. Die Pollen von Erlen und Haselnuss sind bereits ab Mitte Januar in der Luft. Sie verursachen bei den betroffenen Allergikern Symptome wie juckende Augen, rinnende Nase und ständige Müdigkeit.

Das Jahr 2018 entpuppte sich recht früh als Jahr der Extreme: Denn auch wenn der Frühling zögerlich begann, so galt der April aufgrund der warmen Temperaturen schon fast als Sommermonat. Und auch im Mai dürfen wir uns über zu niedrige Temperaturen nicht beklagen.

Gleichzeitig begann das Leiden vieler Allergiker, und das auch noch ungewohnt heftig. Die Praxen von Hausärzten, Allergologen und Lungenfachärzten waren und sind noch immer oft voll bis auf den letzten Platz. Viele Pollenallergiker berichten von einer starken Intensität der Beschwerden, die sich über einen längeren Zeitraum hin ziehen als in den Jahren davor. Außerdem wehten wochenlang gelbe Schwaden von Pollenstaub durchs Land. Sind daran nur die ungewöhnlich beständigen, milden Frühlingstemperaturen schuld?

2018 ist ein Mastjahr

Die kalten Tage im Februar und im März brachten in den warmen Apriltagen die Birken praktisch zur Explosion. Die Birke unterliegt einer Besonderheit: Alle 2 Jahre setzt sie in ihren sogenannten „Mastjahren“ deutlich mehr (bis zu vier Mal so viele) Pollen ab als in den Jahren dazwischen. Birkenpollen gelten als Hauptauslöser für Heuschnupfen und allergisches Asthma. Und, wie Sie bereits vermuten, ist das Jahr 2018 ein solches Mastjahr. Auch wer sonst nur leichte Symptome zeigt, kann also durchaus heftiger von Allergiesymptomen betroffen gewesen sein. Auch suchten ungewöhnlich viele Patienten einen Arzt auf, die erstmals von den Beschwerden betroffen waren. Diese Wahrnehmung konnte auch von der Messstation Payerne in der Schweiz bestätigt werden, die im April 2017 rund 500 Pollen pro Kubikmeter Luft gemessen haben. Im Vergleichszeitraum 2018 wurden Spitzenwerte von 2000 Pollen gemessen!

Inzwischen sollten die von Birken verursachten Beschwerden wieder gebessert, bzw. verschwunden sein, denn ihre Blütezeit reicht bis Ende Mai.

Doch nicht nur die Birke erlebt ein Mastjahr, die bereits erwähnten gelben Pollenschwaden, die gnadenlos Autos, Terrasse, Möbel, Wäsche etc. überzogen, entstammen nämlich der Fichte. In einem Mastjahr blühen bestimmte Baumarten gleichzeitig massenhaft, bei der Fichte ist dies alle 4 Jahre der Fall. Gottseidank kann man hier zumindest bei den Beschwerden Entwarnung geben. Der gelbe, klebrige Film ist zwar äußerst lästig, verursacht aber meistens keine allergischen Symptome.

Die Fichte war jedoch nicht alleine für den ganzen gelben Staub verantwortlich, auch Tanne, Buche, Hainbuche und Kiefer mischten kräftig mit. Die Witterung hat dann noch das ihre dazu beigetragen, da es meistens warm, trocken und windig war.

Entstehen Mastjahre durch den Klimawandel?

Dass die Klimaerwärmung an der Entstehung von Mastjahren mitbeteiligt ist, bestätigt die Tatsache, dass in den letzten 20 bis 30 Jahren gehäuft Jahre mit synchroner Blühphase auftraten. Botaniker der Universität Bayreuth vertreten die Theorie, dass die Fichten deshalb so intensiv blühen, weil ihnen das trockene Klima schwer zu schaffen macht. Da die Bäume angeschlagen sind, versuchen sie so, ihr Überleben sicherzustellen. Die starke Blühphase ist sehr anstrengend für den Baum und hat eine Abnahme der Holzproduktion zur Folge. Außerdem ist eine simple Folge des Klimawandels, wenn der Winter kürzer ist, fangen die Bäume auch früher zu blühen an.

Einen Zusammenhang gibt es auch zwischen aktiver Baumblüte und dem Gehalt von Kohlendioxid in der Luft. In den Städten ist beispielsweise eine höhere Pollenbelastung durch Bäume zu messen als auf dem Land.

Als nächstes müssen die Allergiker noch die Blütezeit der Gräser bewältigen. Falls Sie noch nützliche Tipps benötigen, was Sie gegen die unangenehmen Beschwerden tun können, legen wir Ihnen diese Blogartikel ans Herz:

Hausmittel gegen Pollenallergie

Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen

6 Tipps für Pollenallergieker

 

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