Heilpflanzen- und Kräuterlexikon Salbei

Heilpflanzen- und Kräuterlexikon: Salbei

Beim Salbei handelt es sich um eine weltweit bekannte Heilpflanze mit adstringierender (zusammenziehender) und desinfizierender Wirkung. Häufige Anwendung findet sie bei Entzündungen und Schmerzen im Hals- und Rachenraum, aber auch übermäßiges Schwitzen kann mittels Salbei deutlich reduziert werden.

Doch die bekannteste Anwendung erfolgt als Teezubereitung, sowohl innerlich, als auch äußerlich oder als ätherisches Öl zur äußerlichen Anwendung.

Auf der ganzen Welt zu Hause

Der Salbei aus der Familie der Lippenblütler ist auf der ganzen Welt bekannt und verbreitet. Sein botanischer/lateinischer Name lautet salvia, und er gehört mit 850 bis 900 Arten zu den gattungsreichsten bedecktsamigen Pflanzen. Ursprünglich stammt er aus dem Mittelmeerraum, auch als Gewürzpflanze ist er von Bedeutung.

Für den Einsatz in der Medizin ist der echte bzw. Heilsalbei von Bedeutung (salvia officinalis). Bei den bei uns wild wachsenden Wiesensalbei-Arten ist der Gehalt an ätherischen Ölen zu gering. Verschiedenste Leiden wurden im Laufe der Jahre mithilfe des Salbeis kuriert: Bei den Ägyptern waren es Bauchbeschwerden, Zahnschmerzen und Asthma, später setzte man Salbei bei Juckreiz ein, die Römer verwendeten ihn schließlich auch gegen Erkältungen, Husten und Heiserkeit.

Die Salbeipflanze ist mehrjährig, wird 20 bis 60 cm hoch und ist von unten her verholzt. Seine Blätter, das Salbeikraut, verliert er auch im Winter nicht. Sie sind von elliptischer Form, länglich und von grünlich-grauer Farbe. Im Juni und Juli blüht der Salbei in hellblauen bis violetten Ähren. Salbeiblätter werden das ganze Jahr über geerntet. Auch im heimischen Kräutergarten lässt sich der medizinische Salbei problemlos kultivieren, er bevorzugt einen sonnigen Standort.

Die wirksame Komponente des Salbeis, das ätherische Öl, wird von den Drüsenschuppen der Blätter abgegeben. Werden die Blätter zwischen den Fingern zerrieben, entsteht ein herber, kampferartiger Geruch. Auch der Geschmack ist bitterlich und kampferartig. Frische oder getrocknete Salbeiblätter lassen sich ideal als Gewürz für Fleischgerichte eingesetzen.

Der Heilsalbei enthält 1 bis 2,5 % ätherisches Öl. Darüber hinaus sind Gerbstoffe in einer relativ hohen Konzentration von 3-7 % enthalten, ebenso wie Rosmarinsäure und verschiedene Bitterstoffe, sowie Flavonoide und Triterpene sowie die Ursolsäure. Zu guter Letzt verfügt er für eine Heilpflanze über einen ungewöhnlich hohen Gehalt an Eisen, Magnesium und Zink.

Anwendungsgebiete des Salbei:

Die medizinische Wirksamkeit des Salbeis ist vor allem dem ätherischen Öl und dessen Hauptbestandteilen Thujon, Cineol und Kampfer zuzuschreiben. In welcher Zusammensetzung diese Bestandteile vorkommen, hängt stark von den klimatischen Bedingungen und dem Zeitpunkt der Ernte ab.

Das ätherische Öl in seiner Zusammensetzung wirkt – seitens der Kommission E monografiert – antibakteriell, fungistatisch, virustatisch, adstringierend, sekretionsfördernd und schweißhemmend.

Salbeiblätter wurden, bevor Zahnbürste oder Zahnpasta zur Verfügung standen, zur Pflege von Zähnen und Zahnfleisch eingesetzt, außerdem erfrischt der Salbei den Atem. Auch heute ist Salbei noch ein Bestandteil von Zahnpasten und Mundwässern. Außerdem kann das regelmäßige Gurgeln mit Salbeitee bei Druckstellen durch Prothesen helfen.

Salbei für die Atemwege:

Hier kommt die entzündungshemmende Wirkung des Salbeitees zum Tragen. Er kann getrunken oder zum Gurgeln verwendet werden. Hilfreich ist Salbei bei Hals- und Kehlkopfentzündungen, Husten, Heiserkeit und andere Erkältungsbeschwerden. Bei Sängern, Sprechern und in anderen Berufen mit stark beanspruchter Stimme kommt Salbeitee zur Stimmerhaltung zum Einsatz. Wem der herbe Kampfergeschmack gar nicht zusagt, kann Salbeibonbons lutschen, da dort oft Honig zugesetzt ist,. Dieser rundet den Geschmack ab. Vorsicht ist hier jedoch geboten, da ein hoher Anteil an ätherischen Ölen einen Hustenreiz auslösen kann. Bei Asthmatikern und Menschen, die unter Entzündungen der Atemwege leiden, wird die Anwendung ätherischer Öle abgeraten.

Salbei gegen übermäßiges Schwitzen:

Mit der besagten zusammenziehenden Wirkung der Rosmarinsäure können sie auch übermäßige Schweißbildung reduzieren. Vor allem in der Pubertät und in den Wechseljahren sind übermäßiges Schwitzen, Hitzewallungen und Schweißattacken besonders unangenehm, aber auch im Klimakterium der Frau. Eine Behandlung mit Salbei hilft auch bei übermäßigem Nachtschweiß. Empfehlenswert ist es, den Tee zu trinken sowie Waschungen mit dem Sud in den Achselhöhlen und der Füße unmittelbar nach dem Duschen vorzunehmen. Eine Tasse Salbeitee vor dem Zubettgehen hilft nicht nur gegen Nachtschweiß, sondern wirkt auch entspannend und schlaffördernd.

Salbei bei Verdauungsbeschwerden:

Das ätherische Öl wirkt außerdem verdauungsfördernd, sodass Salbeitee Völlegefühl, Blähungen, Krämpfe und Übelkeit lindern kann. Die Verdauung normalisiert sich und der Tee wirkt appetitanregend. Salbeitee ermöglicht außerdem die Beruhigung eines Reizdarm.

Unerwünschte Wirkungen des Salbeis:

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Salbei – und ätherische Öle im Allgemeinen – entweder gar nicht oder nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden, da es hier mitunter zur Auslösung von Wehen kommen kann.

Der toxische Bestandteil des ätherischen Öls, die Thujone, sind Nervengifte. In hoher Dosierung können sie Verwirrtheit und epileptische Krämpfe auslösen.

Bei Zubereitungen aus Salbeiblättern (Teeaufguss, Tinktur, Extrakt) werden die toxischen Dosen an Thujon nicht erreicht. Von einer innerlichen Verwendung des Salbeiöls wird abgeraten.

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