Hausmittel gegen Insektenstiche

Insektenstiche sind ein besonderes Ärgernis, da sie oftmals mit Schwellungen, Rötungen, Juckreiz und teilweise auch mit Schmerzen einhergehen. Je nach Insekt fallen die Symptome unterschiedlich stark aus, wobei in den meisten Fällen ein Arztbesuch geschweige denn das Absetzen eines Notrufs nicht erforderlich sind. Ausnahmen bilden dagegen verunreinigte Stiche oder eine vorliegende Insektenstichallergie, die eine sofortige medizinische Behandlung erfordern. Ansonsten können Sie mit einer Reihe einfacher Hausmittel gewöhnliche Stiche (Mückenstiche, Wespenstiche, Bienenstiche etc.) selbst behandeln und den Heilungsprozess begünstigen. Welche Hausmittel helfen, welche Sofortmaßnahmen Sie einleiten können oder vielleicht sogar müssen und was Sie lieber unterlassen sollten, haben wir für Sie zusammengetragen.

Sofortmaßnahmen nach einem Insektenstich

In der Regel lassen die Beschwerden der meisten Insektenstiche nach einigen Tagen wieder nach. Mit den nachfolgend aufgeführten Sofortmaßnahmen können Sie dem Verlauf etwaiger Symptome abmildernd entgegenwirken beziehungsweise auch Infektionen vorbeugen. Eine Infektion kann zum Beispiel entstehen, wenn Insekten mit kranken Tieren, Kadavern oder verdorbenen Nahrungsmitteln in Berührung kommen und durch einen Stich Viren, Bakterien oder andere Krankheitserreger auf den Menschen übertragen. Dann kann im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung drohen.

Bei einer allergischen Reaktion sofort den Notarzt rufen

Kommt es unmittelbar nach einem Stich zu einer heftigen Schwellung, Hautausschlag, Schwindel, Atemnot oder Herzrasen, weist dies auf eine allergische Reaktion mit einem anaphylaktischen Schock hin. Insbesondere Schwellungen im Gesicht und Mundbereich und fernab der Einstichstelle sind Symptome dafür.

Verschlucken eines stechenden Insekts: Ebenfalls sofort den Notarzt verständigen

Im Sommer lädt das Wetter oft zum Verweilen im Freien ein. Der Konsum von zuckerhaltigen Getränken darf da nicht fehlen. Dabei kann es passieren, dass in unbemerkten Momenten Bienen oder Wespen ins Glas gelangen und man diese verschluckt (siehe hierzu auch „Fremdkörper verschluckt – Was tun?“). Tritt dieser Fall ein, sollten Sie schnell handeln und einen Notarzt rufen.

Insektenstiche im Mund- und Rachenraum: Arzt aufsuchen

Der Mund- und Rachenbereich ist aufgrund der Schleimhäute generell sensibel. Zum einen gelten Schleimhäute als besonders anfällige Eintrittspforten für Erreger, zum anderen können Schwellungen auch ohne eine Insektengiftallergie entstehen und diese folglich das Atmen erschweren, bisweilen zu Atemnot führen. Das Lutschen von Eiswürfeln kann beim Abschwellen helfen beziehungsweise das Anschwellen hemmen. Alternativ können auch kühle Umschläge von außen helfen. Nichtsdestotrotz sollten Sie einen Arzt aufsuchen oder bei Atemnot den Notarzt verständigen.

Stachel entfernen

Gerade bei Bienenstichen, aber auch bei Hornissen- und Wespenstichen kann der Stachel noch in der Haut stecken und Gift in den Körper gelangen. Suchen Sie daher die betroffene Stelle gründlich ab und entfernen Sie den Fremdkörper vorsichtig mit einer Pinzette.

Desinfizieren

Um einer Infektion vorzubeugen, säubern Sie die Einstichstelle gründlich und desinfizieren Sie diese. Das geht entweder mit einem üblichen Wundspray, desinfizierenden Cremes oder mit einigen der unten aufgeführten Hausmittel.

Kühlen

Nach der Desinfektion sollten Sie die Einstichstelle mit Kühlakkus, kalten Gel-Kompressen, Eiswürfeln oder einem feuchten Tuch kühlen, um eine Schwellung zu vermeiden. Passen Sie aber auf, dass eiskalte Gegenstände durch ein Tuch von der Haut getrennt sind, da es sonst zu Erfrierungen kommen kann.

Nicht kratzen und saugen

Das Aufkratzen eines Stiches sowie das Aussaugen des Insektengiftes können das Eintreten von Krankheitserregern in die Blutbahn fördern und Infektionen begünstigen.

Von A bis Z: Hausmittel gegen Insektenstiche

Nicht jedes Hausmittel sagt einem zu oder ist gerade verfügbar, doch zum Glück ist die Liste der Hausmittel bei Insektenstichen lang.

Aktivkohle

Vermischen Sie Aktivkohle-Pulver mit Wasser zu einer Paste und tragen Sie diese großzügig für etwa 30 Minuten auf die Einstichstelle auf.

  • Aktivkohle entfernt Giftstoffe, welche das Jucken sowie Schwellungen verursachen.

Alkohol

Beträufeln Sie ein Tuch oder einen Waschlappen mit klarem, hochprozentigem Alkohol und legen Sie diesen auf den Stich. Im Anschluss sollten Sie die Haut mit Öl oder einer Creme pflegen, da Alkohol sie austrocknet.

  • Die Verdunstungskälte kühlt die Haut und mindert die Reizung.
  • Der Alkohol wirkt gleichzeitig desinfizierend.

Aussaugen (mit speziellen Giftsaugern und nicht mit dem Mund)

Auch wenn es heroisch aussieht und an Abenteuerfilme erinnert: Sie sollten das Insektengift, wie bereits weiter oben erwähnt, nicht mit dem Mund aussaugen. Dadurch steigt das Infektionsrisiko zusätzlich. Nutzen Sie stattdessen spezielle Giftsauger, die das Gift mittels einer Handpumpe entfernen.

Basilikum

Hacken Sie frische Basilikumblätter klein und legen Sie diese auf den Stich. Zum Fixieren können Sie auf einen Wickel zurückgreifen.

  • Basilikum wirkt beruhigend und sollte den Juckreiz reduzieren.

Essig-Umschläge

Mischen Sie Essig mit Wasser in einem Verhältnis von zwei zu eins und befeuchten Sie damit ein Tuch.

  • Ähnlich wie Alkohol kühlt Essig und lindert das Jucken.
  • Zudem löst es das Insektengift auf.

Gänseblümchen

Quetschen sie den Stiel und die Blätter von Gänseblümchen aus und geben Sie den Saft auf die Stichstelle.

  • Der Saft der Gänseblümchen beruhigt juckende Stiche und hemmt die Entzündung.

Heilerde

Verrühren Sie einen Teelöffel Heilerde mit etwas Wasser zu einem Brei und bedecken Sie damit den Insektenstich.

  • Wirkungsvoll bei Juckreiz und Schmerzen.

Kamille

Legen Sie einen feuchten, aber abgekühlten Teebeutel auf den betroffenen Bereich.

  • Kamille beruhigt und desinfiziert.

Knoblauch

Halbieren Sie eine Knoblauchzehe und reiben Sie damit direkt über den Stich.

  • Knoblauch lindert Juckreiz und wirkt desinfizierend, um Infektionen zu vermeiden.

Lavendelöl

Reiben Sie die Einstichstelle mit Lavendelöl ein.

  • Lavendel wirkt beruhigend.

Petersilie

Schneiden Sie die Blätter klein, legen Sie diese auf die Stichstelle und fixieren Sie diese gegebenenfalls mit einem Tuch.

  • Ähnlich wie Basilikumblätter wirkt frische Petersilie beruhigend und juckreizlindernd.

Quark

Verteilen Sie gekühlten Quark auf einer Kompresse und bedecken Sie damit den Stich. Aber legen Sie die Kompresse nur so lange auf, wie der Quark feucht ist. Für eine bessere Wirkung können Sie den Quarkwickel mehrmals täglich anwenden.

  • Quark baut Entzündungen ab und lindert Schmerzen.

Salzwasser

Lösen Sie einen Teelöffel Salz in einer Tasse mit kaltem Wasser auf und befeuchten Sie damit den Stich.

  • Salzwasser wirkt beruhigend und mindert den Juckreiz.

Speichel

Wenn kein anderes Hausmittel greifbar ist, sondern Sie etwas Speichel ab und streichen Sie diesen über den Stich. Achten Sie aber bitte darauf, dass der Mund nicht direkt mit der Stichstelle in Berührung kommt, da ansonsten wie beim Saugen das Infektionsrisiko steigt.

  • Speichel kühlt zum einen und hilft bei Jucken, zum anderen enthält es das Schmerzmittel Opiorphin.

Teebaumöl

Tröpfeln Sie ein wenig Teebaumöl auf ein Stück Watte und tupfen Sie die Einstichstelle ab.

  • Teebaumöl wirkt abschwellend und beruhigend.

Wärme

Erwärmen Sie einen Löffel im Wasserbad auf 45 bis 50 Grad Celsius und legen sie ihn bis zu zehn Sekunden auf. Die Wärme des Löffels zerstört die im Speichel der Mücke enthaltenen Proteine, welche das Jucken auslösen. Achten Sie aber darauf, dass der Löffel nicht heißer ist als die empfohlene Angabe. Temperaturen darüber können der Haut schaden. Alternativ können Sie auch einen heißen Waschlappen oder ein Stofftuch benutzen.

Wegerich

Zerreiben Sie die spitzen oder breiten Blätter des Wegerichs in der Hand und legen sie diese auf den Insektenstich. Je länger der Breit- beziehungswiese Spitzwegerich dort aufliegt, desto effektiver ist die Wirkung. Im Sommer wächst die Pflanze auf nahezu jeder heimischen Wiese.

  • Wegerich beruhigt Juckreiz und hemmt das Entzündungsrisiko.

Weißkohl

Tupfen Sie Weißkohlsaft auf den Stich, den Sie entweder selbst aus den Blättern gepresst oder fertig gekauft haben.

  • Weißkohl wirkt entzündungshemmend sowie schmerzstillend.

Zitrone

Legen Sie ein Stück einer aufgeschnittenen Zitrone auf den Insektenstich.

  • Zitrone wirkt kühlend, desinfizierend sowie beruhigend.

Zwiebel

Legen Sie eine aufgeschnittene Zwiebel auf die Einstichstelle.

  • Der im Saft der Zwiebel enthaltene Schwefel wirkt antibakteriell, desinfizierend, lindert Juckreiz und mindert Schwellungen.
In unserer Apotheke der Hausmittel haben wir viele weitere Informationen und Tipps für Sie gesammelt. Erfahren Sie, was Zwiebeln und Sauerkraut alles leisten können und welche Mittel zum Beispiel bei trockener Haut, Husten oder Insektenstiche helfen.

Notfallsets bei Insektengiftallergie

Bei einer vorliegenden Allergie gegen Insektengifte bringen Ihnen die aufgeführten Hausmittel wenig. Dann ist schnelles Handeln gefragt. Ein vom Arzt verschriebenes Notfallset, welches Sie immer mit sich führen sollten, kann sich als lebensrettend erweisen. Das Notfallset sollte ein Antihistaminikum oder Kortison sowie Adrenalin beinhalten. Antihistaminika und Kortison besitzen eine abschwellende Wirkung und richten sich gegen die allergische Reaktion, während eine Adrenalin-Spritze den Kreislauf stabilisiert. Allerdings kommt die Adrenalin-Spritze erst zum Einsatz, wenn Sie Atemnot verspüren oder der Mund- beziehungsweise Rachenraum anschwillt.

Hyposensibilisierung als Therapie bei Insektengiftallergie

Auf lange Sicht sollten sich Personen mit einer Allergie überlegen, ob sie sich gegen Insektengifte (auch bei Mückenstichen) hyposensibilisieren lassen, sofern medizinisch nichts dagegenspricht. Unter einer Hyposensibilisierung versteht man, dass der Patient unter fachärztlicher Aufsicht in mehreren Sitzungen sowie in immer höheren Dosen das jeweilige Insektengift verabreicht bekommt. Ziel ist es, den Körper an den Giftstoff zu gewöhnen, sodass die Schwere der allergischen Reaktion abnimmt oder im Idealfall keine Reaktion mehr auftritt.

Hornissenstiche immer tödlich?

Zum Schluss möchten wir noch mit einem Irrtum aufräumen. Gemeinhin heißt es, dass sieben Hornissenstiche ein Pferd und ein einziger Stich einen Menschen töten würden. Zwar sind Hornissenstiche schmerzvoller als Wespenstiche, und natürlich sind schon Menschen an einem einzigen Stich gestorben, aber die Todesursache ist nicht primär in einem besonders starken Hornissengift zu finden, sondern in einer allergischen Reaktion sowie in spät erfolgten Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Weiterführende Links zu Insektenstichen

NetDoktor – Insektengiftalllergie

SWR Fernsehen – Die 7 besten Hausmittel gegen juckende Insektenstiche

MSD Manuals – Insektenstiche

Alle Texte sowie die dazugehörigen Grafiken durchlaufen neben einer internen Korrekturschleife zusätzlich eine externe Überprüfung durch ausgewiesene Experten. Als Grundlage dienen anerkannte Forschungsergebnisse und fachspezifische Erkenntnisse, die zum Veröffentlichungszeitpunkt eine allgemeingültige Relevanz besitzen.