Hausmittel gegen Fieber

Hausmittel gegen Fieber

Bei leichtem Fieber müssen Sie nicht unbedingt sofort zu Medikamenten greifen. Mit einfachen Hausmitteln können Sie einen Anstieg der Körpertemperatur selbst in den Griff bekommen. Welche Hausmittel sich dabei besonders eignen und wann Sie besser einen Arzt aufsuchen sollten, haben wir für Sie zusammengetragen.

Ab wann spricht man von Fieber?

Auch wenn bei vielen Menschen sofort die Alarmglocken läuten, ist Fieber per se nichts Schlimmes. Vielmehr zeugt es davon, dass eine Abwehrreaktion des Körpers im Gange ist und das Immunsystem gegen Bakterien, Viren oder Fremdkörper ankämpft.

Die normale Körpertemperatur bei einem Erwachsenen liegt zwischen 36,5 und 37,4 Grad Celsius. Von Fieber spricht man aber erst, wenn die Körpertemperatur die Schwelle von 38 Grad (bei Kindern ab 38,5 Grad) übersteigt. Das gilt auch für Säuglinge unter drei Monaten. Der Bereich dazwischen wird als erhöhte Temperatur bezeichnet. Für eine erhöhte Temperatur sind nicht zwingend Krankheitserreger verantwortlich; eine anstrengende Sporteinheit kann ausreichen.

Einteilung Gemessene Temperatur
Normale Körpertemperatur 36,5 °C bis 37,4 °C (Kinder: bis 37,5 °C)
Erhöhte Körpertemperatur 37,5 °C bis 38,0 °C (Kinder: 37,6 °C bis 38,4 °C)
Fieber 38,1 °C (Kinder: ab 38,5 °C; Säuglinge unter drei Monaten: ab 38,0 °C)
Hohes Fieber ab 39 °C
Extrem hohes Fieber (Hyperpyrexie) über 41 °C

Wadenwickel gegen Fieber

Was sich nach einem Relikt aus längst vergangenen Zeiten anhört, zählt noch heute zu einem der gängigsten Hausmittel gegen Fieber: der Wadenwickel. Das Zusammenspiel von Nässe auf warmer Haut sorgt für Verdunstungskälte, welche die Körpertemperatur um bis zu einem Grad senken kann.

Bei der Anwendung von Wadenwickeln sollten Sie Folgendes beachten:

  1. Tücher mit lauwarmem Wasser befeuchten und tropffrei auswringen.
  2. Waden mit den befeuchteten Tüchern umwickeln und mit einem Handtuch abdecken. Alternativ zu den Handtüchern eine wasserdichte Unterlage benutzen, damit der Schlaf- oder Liegeplatz trocken bleibt.
  3. Beine nicht bedecken, damit die Wärme besser entweichen kann. Zur Vermeidung von kalten Füßen können Sie Socken anziehen.
  4. Sobald sich die Wickel erwärmt haben, das Prozedere bis zu dreimal wiederholen. Jeder Durchgang sollte aber nicht länger als 15 Minuten dauern. Und vor allem sollten Sie nur dann die Wickel wechseln und die Anwendung fortsetzen, wenn die Waden warm sind. Ansonsten benötigt der Körper erst einmal Ruhe.

Allerdings unterliegen Wadenwickel auch ein paar Ausschlusskriterien. So müssen Sie bei Schüttelfrost und/oder kalten Füßen beziehungsweise Waden auf Wickel verzichten. Zudem ist bei Kleinkindern und Säuglingen Vorsicht geboten. Eltern sollten sich bei Kindern unter zwei Jahren mit dem behandelnden Kinderarzt absprechen, ob Wadenwickel Sinn ergeben oder eher schaden. Säuglinge unter sechs Monaten sollten erst gar keine Wadenwickel angelegt bekommen, da ein Kreislaufkollaps droht.

Hinweis von eurapon:
Alle Jahre wieder – rollt die Grippewelle an. Gegen die typischen Symptome gibt es eine Reihe an Hausmitteln. Auf unserer Übersichtsseite zur Grippesaison haben nützliche Informationen für Sie zusammengestellt.

Essig begünstigt die Wärmeabgabe über die Haut

Ein weiteres altbewährtes Hausmittel zur Fiebersenkung ist Essig. Das sauer schmeckende Würz- und Konservierungsmittel begünstigt die Wärmeabgabe über die Haut und kann sowohl äußerlich angewendet als auch verdünnt getrunken werden. Als besonders geeignet gilt normaler Apfelessig, weshalb sich die aufgeführten Hausmittel auch auf diese Essigsorte beziehen.

Essigwickel

Neben herkömmlichen Wadenwickeln können Sie die Tücher auch mit Essig versetzen. Im Gegensatz zur einfachen Methode mit purem Wasser kühlt Essig die Haut zusätzlich. Hierfür mischen Sie lauwarmes Wasser im Verhältnis von 5:1 mit Essig und befolgen ansonsten die üblichen Schritte.

Essigstrümpfe

Anstatt Tücher befeuchten Sie Strümpfe mit lauwarmem Wasser und Essig im Mischverhältnis von 5:1. Die Strümpfe dürfen gerne bis zu den Knien reichen und sollten nicht zu eng anliegen. Erwachsene tragen die Essigstrümpfe ungefähr 45 bis 60 Minuten, Kinder nicht länger als 20 Minuten. Bei der Anwendung sollten Sie liegen, da Bewegung zur Wärmeentwicklung im gesamten Körper führen kann.

Essigumschläge

Befeuchten Sie einen Umschlag mit Wasser und Essig im Mischverhältnis von 2:1. Legen Sie den Umschlag auf die Stirn oder den Bauch.

Essigbad

Wenn Sie vorhaben, sich ein Bad bei Fieber einzulassen, können Sie das lauwarme Wasser mit Essig mischen. Ein halber Liter pro Badegang reicht aus. Und behalten Sie die Zeit im Auge: Länger als 20 Minuten sollten Sie nicht in der Wanne liegen.

Apfelessig trinken

Beim Abnehmen schwören viele auf Apfelessig. Während die Wirksamkeit bei der Körpergewichtsreduktion umstritten ist, ist die antibakterielle Wirkung von Apfelessig wissenschaftlich erwiesen. Nur pur sollten Sie den Essig nicht trinken. Es empfiehlt sich, ein Glas Wasser mit zwei Esslöffeln Apfelessig und einem Teelöffel Honig zu mischen und dreimal täglich zu trinken.

Mit Vollbädern und Waschungen gegen Fieber

Bereits Sebastian Kneipp schwor auf die heilenden Kräfte von Wasser. Neben dem Essigbad und Wadenwickeln können noch zwei weitere Methoden helfen, Fieber zu senken.

Absteigendes Vollbad

Wenn Wadenwickel keine Besserung bringen, können Sie es mit einem absteigenden Vollbad versuchen:

  1. Bett aufwärmen.
  2. Wasser in die Badewanne einlassen. Die Temperatur sollte einen Grad unter der Körpertemperatur liegen.
  3. Immer wieder kaltes Wasser nachlassen, sodass die Wassertemperatur nach ungefähr 15 Minuten etwa 25 °C beträgt.
  4. Nach 15 Minuten ist auch der Zeitpunkt gekommen, um aus der Wanne zu steigen, sich abzutrocknen und angezogen ins warme Bett zu legen.

Waschung

Vor allem für fiebernde Kinder empfiehlt sich eine Waschung, da sie angenehmer ist als ein absteigendes Vollbad.

  1. Waschlappen mit lauwarmem Wasser befeuchten.
  2. In kreisenden oder streifenden Bewegungen bei den Händen beginnen und über die Arme zum Hals vorarbeiten. Danach folgen der Bauch, die Seiten und der Rücken. Abschließend werden die Füße, Beine und der Hintern abgerieben.
  3. Für eine effektive Verdunstungskälte das Kind nicht abtrocknen, sondern stattdessen trockene Kleidung anziehen und warm zudecken.

Fiebersenkende Ernährung

Bei Fieber verspüren wir in der Regel nur mäßigen bis gar keinen Appetit. Solange dieser für einen überschaubaren Zeitraum fehlt, ist es nicht weiter schlimm. Viel wichtiger bei erhöhter Temperatur ist es, den Flüssigkeitsverlust durchs Schwitzen mit mindestens zwei Litern Flüssigkeit am Tag zu kompensieren.

Tee

Neben Wasser, Fruchtsäften mit Vitamin C, Gemüse- oder Hühnerbrühen eignet sich vor allem Tee zur Flüssigkeitsaufnahme. Sogenannte Fiebertees wirken zudem schweißtreibend und scheiden Giftstoffe aus. Besonders empfehlenswert ist dabei eine Mischung aus jeweils drei Teilen Holunder- sowie Lindenblüten und zwei Teilen Hagebuttenschalen. Anschließend sollten Sie sich hinlegen und ausruhen.

Honig

Ob zum Süßen von Tee oder als Brotaufstrich: Honig gilt als natürliches Antibiotikum. Vor allem der aus Neuseeland stammende Manuka-Honig ist dabei besonders wirkungsvoll. Praktischer Nebeneffekt: Der enthaltene Zucker sorgt für einen kleinen Energieschub.

Knoblauch

Auch Knoblauch gilt als natürliches Antibiotikum im Kampf gegen Krankheitserreger. Mit ihm können Sie je nach Geschmack entweder Speisen würzen oder ihn auch frisch so verzehren. Darüber hinaus wirkt er appetitfördernd und sorgt dafür, dass Sie wieder schneller zu Kräften kommen.

Ingwer und Petersilie

Wenn Sie mit dem Knoblauchgeschmack nichts anfangen können, bietet sich alternativ Ingwer und/oder Petersilie zum Würzen an. Auch sie wirken immunstärkend und fiebersenkend.

Himbeeren und Preiselbeeren

Aufgrund ihres hohen Vitamingehaltes und ihrer immunstärkenden und entzündungshemmenden Wirkung bieten sich Himbeeren und Preiselbeeren ebenfalls als Hausmittel an. Sie können sie frisch oder verarbeitet als Saft oder Kompott verzehren.

Wann Sie bei Fieber einen Arzt aufsuchen sollten

Da es sich bei Fieber um ein Symptom und nicht um keine Krankheit handelt, sollten Sie den eigentlichen Grund kennen und behandeln. Zum Beispiel dann, wenn eine Infektion oder eine andere Erkrankung vorliegt. Der Körper kann nicht unbegrenzt fiebern. Bei 42,6 °C gerinnt das Eiweiß in den Zellen und führt zum Tod. Daher sollte der Gang vorsichtshalber zum Arzt führen, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

  • Temperatur über 39 ° Celsius (bei Säuglingen unter drei Monaten schon ab einer Körpertemperatur von 38 °Celsius)
  • nach zwei Tagen Fieber (bei Kindern nach einem)
  • immer wiederkehrendes Fieber
  • zusätzliche Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder starke Schmerzen
  • Schwangerschaft
  • keine erkennbare Ursache für Fieber
  • der Patient befindet sich im Seniorenalter oder ist ein Säugling/Kleinkind

Übrigens: In der eurapon Apotheke der Hausmittel haben wir viele weitere Informationen und Tipps für Sie gesammelt.

Weiterführende Links zum Thema „Fieber“:

Stiftung Gesundheitswissen – Fieber

Apotheken Umschau – Fieber – Was das Symptom bedeutet