Riesenbärenklau - Gift im Garten

Gift im Garten – Riesenbärenklau

Bis zu fünf Meter hoch wird der Riesenbärenklau. Die Staude aus der Familie der Doldenblüter stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und überlebt dort in großen Höhen. Seit dem 19. Jahrhundert ist das imposante Gewächs auch in unseren Breitengraden zu finden und sollte ursprünglich als Zierpflanze dienen. Aber der Riesenbärenklau verwilderte und ist seitdem mit steigender Verbreitung in der freien Landschaft zu finden. Zwar ist der natürliche Lebensraum des Riesenbärenklaus das Gebirge und die Nähe von Gewässern, er gedeiht aber auch an Ackerrändern und auf Wiesen. Hier erreicht er übrigens nicht seine volle Wuchshöhe. Bei zwei Metern ist zumeist Schluss. Der Riesenbärenklau gehört zu den Pflanzen, die in der Lage sind, einheimische Arten zu verdrängen.

Riesenbärenklau erkennen

Zunächst ist eines wichtig, nämlich den Riesenbärenklau nicht mit dem Wiesenbärenklau zu verwechseln. Der Wiesenbärenklau ist harmlos und wird höchstens zwei Meter hoch. Seine Blätter sind drei- oder vierfach fiederschnittig. Die Blätter des Riesenbärenklaus hingegen sind drei- bis fünfteilig. Sie können eine Länge von einem Meter erreichen. Der Stängel ist hohl und wächst senkrecht. Der Riesenbärenklau stabilisiert sich mit einer Pfahlwurzel. Er blüht mit einer weißen oder rosafarbenen Dolde, die tellerförmig ist. Die Samen sind flach und tragen Borsten.

Warum wird vor dem Riesenbärenklau gewarnt?

Alle Teile des Riesenbärenklaus sind giftig. Sie enthalten den Wirkstoff Furocumarin. In der Verbindung mit Sonnenlicht löst die Pflanze bei Hautkontakt schwere Reaktionen hervor. Typisch ist die Ausbildung schwerer Brandblasen. Das Risiko besteht nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere. Ein unbeabsichtigter Kontakt kann auch noch Tage später zu schweren Reaktionen auf der Haut führen. Bis die Symptome wieder abheilen, vergehen mitunter Wochen. Wer in Kontakt mit dem Gift kommt, verspürt zu Beginn ein Brennen. Die Haut schwillt an und es entstehen großflächige Blasen. Die Verbrennungen, die der Riesenbärenklau auslöst, werden als Reaktionen 2. Grades eingestuft. Sie heilen nur sehr langsam ab. Auch können Narben zurückbleiben.

Die Behandlung

Wer versehentlich den Riesenbärenklau berührt hat, sollte Sonnenlicht meiden, denn in der Verbindung mit UV-Strahlung lösen die Giftstoffe Verbrennungen bzw. Verätzungen aus. Die Haut sollte daher sofort abgewaschen und dann abgedunkelt werden. Treten dennoch Reaktionen auf, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Da die Hautreaktionen sehr schmerzhaft sein können, empfiehlt sich auch der Einsatz von Schmerzmitteln. Auch die  Einnahme von Kortison kann sich empfehlen. Kälteanwendungen lindern den Schmerz außerdem. Im Fall einer allergischen Reaktion kommt es zu Fieber und Atemnot. Bei solchen Symptomen sollte der Notarzt alarmiert werden, da es zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen kann.

Wie lässt sich der Riesenbärenklau bekämpfen?

Ab Mai beginnt der Riesenbärenklau seine Samen auszubilden und zu verbreiten. Der Riesenbärenklau ist robust. Deshalb muss er samt seinen Wurzeln tief ausgegraben werden. Bleiben Reste der Wurzel zurück, treibt er erneut aus. Alles, was ausgegraben wird, sollte anschließend verbrannt werden. Gibt es mehrere Pflanzen, empfiehlt sich ein wiederholendes Mähen. Anschließend müssen alle Pflanzenreste eingesammelt und verbrannt werden. Bei allen Arbeiten ist Schutzkleidung dringend erforderlich. Dazu gehören auch Handschuhe und Schutzbrillen.

Wie real ist die Gefahr?

Im heimischen Garten kann sich der Riesenbärenklau aussäen, wird aber im Normalfall durch das regelmäßige Mähen wieder ausgemerzt. Ausbreiten kann er sich vor allem auf vernachlässigten Flächen und auf Brachland. Der Riesenbärenklau ist robust. Er gedeiht dort, wo er nicht am Wachstum gehindert wird, vergleichbar mit dem ebenfalls giftigen Jakobskreuzkraut. Die Pflanze ist imposant und überragt im Hochsommer die übliche Vegetation. Kinder sollten über die Gefahren möglichst früh aufgeklärt werden. Der Kontakt von Haus- und Weidetieren mit Riesenbärenklau ist unbedingt zu vermeiden. Befindet sich der Riesenbärenklau auf öffentlichen Flächen, z. B. an Wanderwegen oder Schulwegen, empfiehlt es sich, die Stadtverwaltung zu informieren und eine Beseitigung zu fordern. Der Riesenbärenklau ist auch unter dem Namen Herkulesstaude bekannt.