Gesund durch mehr Dankbarkeit
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Gesund durch mehr Dankbarkeit – wie funktioniert das?

Manche Menschen nehmen die Feiertage zum Anlass, das ausklingende Jahr Revue passieren zu lassen, und dankbar zu sein für die guten Zeiten, die sie erlebt haben. Dankbarkeit ist aber derart positiv für Körper und Seele, dass Sie das Gefühl unbedingt in den Alltag integrieren sollten. Doch wie funktioniert das, lässt sich Dankbarkeit trainieren wie ein Bizeps? Wir haben uns ein wenig auf die Spurensuche der Dankbarkeit begeben…

Warum ist Dankbarkeit wichtig?

Beim Weihnachtsessen, im Kreise der Familie mit Geschenken und freien Tagen fällt das Gefühl der Dankbarkeit nicht schwer. Aber spätestens, wenn die Feiertage vorbei sind und Alltag und Berufsleben wieder präsent sind, verflüchtigt sich das Gefühl rasch wieder.

Aber was ist dran an den Mahnungen der Generation unserer Mütter und vor allem der Großmütter, man möge doch ein wenig mehr dankbar sein? Und was ist Dankbarkeit überhaupt? Nachdem es Forscher für praktisch alle Lebensbereiche gibt, verwundert es wenig, dass es auch Dankbarkeitsforscher gibt: Robert Emmons ist einer von ihnen. Er beschreibt Dankbarkeit als Gefühl des Staunens und der Feier des Lebens. In die Beschreibung kann auch das Gefühl der Demut miteinfließen, da es nicht selbstverständlich ist, dass unser Leben oder unsere Mitmenschen dieses Gefühl in uns erzeugen.

Erstrebenswert ist es jedenfalls deswegen, weil bestimmte Gefühle nur schwer oder gar nicht nebeneinander koexistieren. So können Sie beispielsweise kaum gleichzeitig sehr wütend, glücklich und zufrieden sein. Und so ist auch Dankbarkeit ein effektives Gegenmittel für negative Gefühle wie Neid, Sorge, Grübelei, Hass, Feindseligkeit, Ärger etc.

Um nachzuweisen, welche Auswirkungen Dankbarkeit auf unsere körperliche und geistige Befindlichkeit hat, wenden wir uns noch einmal Robert Emmons, dem Dankbarkeitsforscher, zu. Er führte zusammen mit Michael McCullogh 3 Studien zum Thema durch, wobei am aussagekräftigsten jene mit den 192 chronisch erkrankten Probanden ist. Die Personen wurden in 3 Gruppen unterteilt, wobei eine Gruppe zehn Wochen lang notieren sollte, wofür sie dankbar ist, eine weitere, was in der Woche schlecht gelaufen ist, und die dritte Gruppe sollte neutral berichten. Als die Ergebnisse verglichen wurden, stand fest, dass die Dankbarkeitsgruppe eine Reduktion von Kopf- und Bauchschmerzen, Schwindel, sowie Muskelverspannungen erfuhr und auch in der psychologischen Befragung wesentlich mehr Optimismus, Vitalität und Lebensfreude aufwies. Außerdem schliefen sie besser und ihre Fitness hatte sich verbessert im Vergleich zu den anderen beiden Gruppen.

Dankbarkeit in der Schulmedizin

Inzwischen befasst sich sogar die Schulmedizin mit dem Phänomen, der Facharzt für Psychosomatik Paul J. Mills entdeckte, dass Dankbarkeit die Herzgesundheit von Patienten mit Herzschwäche unterstützt. Seine These dazu lautet, dass Dankbarkeit zu einer Aktivierung des Vagusnervs führt. Hierbei handelt es sich um den größten Nerv der körpereigenen Zentrale für Ruhe und Erholung, dem Parasympathikus, einem Teil des vegetativen Nervensystems. Jedenfalls führt die Aktivierung des Vagusnervs zu einer Senkung von chronischem Stress, was zur Folge hat, dass sich der Blutdruck senkt und der Herzschlag ruhiger und gleichmäßiger wird.

Psychologen der Universität Lüneburg, die ein Dankbarkeitstraining anboten, stellten fest, dass die Teilnehmer zuversichtlicher, stressresistenter und weniger depressiv waren, nachdem das Training einige Zeit lang ausgeführt wurde.

Wie lässt sich Dankbarkeit trainieren?

Im besten Fall wachen Sie morgens auf und sind gesund. Somit wäre der erste Grund schon gefunden. Hier gibt es noch einige Anregungen:

Dankbarkeit für Familie und Freunde:

Notieren Sie, was andere für Sie getan haben, wofür Sie dankbar sind. Schreiben Sie auf, wofür Sie einem guten Freund von Herzen danken.

Dankbarkeit für unseren Lebensraum:

Was war der schönste Ort, den Sie jemals gesehen haben? Was schätzen Sie an Ihrer Heimat? An welchen Ort möchten Sie unbedingt einmal reisen?

Dankbarkeit trotz Schattenseiten:

Welche schlechten Erfahrungen haben Sie stärker gemacht? Was haben Sie aus Fehlern gelernt? Haben sich vermeintliche Fehlentscheidungen im Nachhinein als positiv herausgestellt?

Dankbarkeit für sich selbst:

Auf welche Eigenschaften, Handlungen, Entscheidungen, Fähigkeiten… können Sie stolz sein?

Durch diese Fragen fällt Ihnen vielleicht der Einstieg zu einem „Dankbarkeitstagebuch“ leichter. Ziel der Übung ist es, jeden Tag drei bis fünf Punkte zu notieren, wofür Sie dankbar sind, um eine „Dankbarkeitsroutine“ aufzubauen, die sich mit der Zeit spürbar positiv auf Ihr Wohlbefinden auswirkt.

Am besten lassen Sie abends den Tag mit einem positiven Rückblick ausklingen… Wofür sind Sie heute dankbar?

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