eurapon Erste Hilfe bei Hyperventilieren

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Hyperventilieren

Unter der Hyperventilation versteht man ein übermäßiges, schnelles Atmen, das meist aus einer Angst- oder Paniksituation heraus auftritt. Auch wenn diese Reaktion des Körpers eigentlich harmlos ist, so fühlt es sich für den Betroffenen äußerst unangenehm, oft auch bedrohlich an. Im eurapon-Ratgaber „Erste Hilfe für zu Hause“ erfahren Sie wichtige Maßnahmen, wie Sie sich selbst, bzw. Betroffenen bei Hyperventilation helfen können.

Do’s bei Hyperventilation:

  • Versuchen Sie den Betroffenen, bzw. sich selbst zu beruhigen. Seien Sie sich bewusst, dass der momentane Zustand keine körperlichen Schäden zur Folge hat. Sprechen Sie mit beruhigender, leiser Stimme zu einer hyperventilierenden Person.
  • Wenn möglich, verlassen Sie, bzw. mit dem Betroffenen zusammen die Situation, bzw. die Umgebung, welche zur Hyperventilation geführt hat. Der Betroffene soll sich in eine bequeme Sitzposition begeben, bei Nachlassen der Symptome wird auch Liegen als angenehm empfunden.
  • Üben Sie die Bauchatmung, diese können Sie auch gezielt vorbeugend einsetzen, wenn bereits Situationen bekannt sind, in denen Hyperventilation auftritt. Dazu legen Sie Ihre Hand unterhalb des Nabels flach auf die Bauchdecke und versuchen, die Hand mit der Atmung nach vorne zu drücken. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung, und wiederholen Sie die Bauchatmung mehrere Minuten. Ist eine andere Person von Hyperventilation betroffen, versuchen Sie sie an die Bauchatmung zu erinnern, und diese mit ihr zusammen durchzuführen.
  • Sehr beliebt bei Hyperventilationsattacken in Filmen: Die Papiertüte. Was dabei oft nicht gezeigt wird: Dass die Papiertüte über Mund und Nase reichen muss. Der Sinn der Sache ist Folgender: Wenn in eine Papiertüte ein- und ausgeatmet wird, kommt kein neuer Sauerstoff hinzu. Sie atmen Kohlendioxyd ein, und somit erhöht sich auch der Kohlendioxydgehalt im Blut. Das hat wiederum zur Folge, dass sich die Atmung verlangsamt. Wenn Sie öfters unter Hyperventilationsattacken leiden, sollten Sie eine Papiertüte griffbereit in Hand- oder Jackentasche bei sich tragen. Im Notfall tut es auch die gewölbte Hand vor Mund und Nase.

Dont’s bei Hyperventilation:

  • Keine Zeit haben, Hektik verbreiten: Wenn Sie als Helfer zu einer Person kommen, die hyperventiliert, sollten Sie Ruhe und Gelassenheit zeigen. Alles andere verschlimmert den Zustand.
  • Nehmen Sie den Zustand des Betroffenen unbedingt ernst, mit Anherrschen und Befehlston erreichen Sie nur das Gegenteil.

Hyperventilation – wann zum Arzt?

Das Auftreten einer Hyperventilationsattacke ist kein Notfall, der ärztlich versorgt werden muss, außer die betroffene Person lässt sich keinesfalls mehr beruhigen. Wenn Sie jedoch öfters an Hyperventilation leiden in Kombination mit Angst- und Panikzuständen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um mit psychotherapeutischer Hilfe an der Ursache zu arbeiten. Auch wenn Sie die Ursache der Hyperventilation nicht kennen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Es gibt, wenngleich auch wenige, ernste physische Ursachen, die Hyperventilation verursachen können.

Ursachen der Hyperventilation

In 95 % der Fälle ist eine große psychische Anspannung der Grund, wenn jemand plötzlich das Gefühl hat, sehr schnell und tief atmen zu müssen (=hyperventilieren). Dadurch wird zu viel Sauerstoff eingeatmet, und zu viel Kohlenmonoxid ausgeatmet, das Blut „übersäuert“. Sinkt der Gehalt an Kohlenmonoxid im Blut, werden die Gefäße enger, die das Gehirn mit Blut versorgen. Dauert die Hyperventilation länger an, kann dies Schwindel und Benommenheit zur Folge haben, in seltenen Fällen auch zu Bewusstlosigkeit führen. Das Auftreten von Bewusstlosigkeit ist allerdings nicht tragisch, da sich in diesem Fall die Atmung von selbst wieder normalisiert.

Bei intensiver, länger anhaltender Hyperventilation kann es auch zum Auftreten einer Hyperventilationstetanie kommen. Die Ursache liegt in einem Mangel an freiem Kalzium im Blut, welcher kurzfristig auftreten kann. Die Folge sind Muskelkrämpfe, welche sich meist durch krampfhaftes Zusammenziehen der Hände in Pfötchenstellung oder rund um den Mundbereich äußern. Auch diese Symptome verschwinden von selbst wieder, sobald sich die Atmung wieder normalisiert hat.

Weitere mögliche Symptome bei Hyperventilation

  • Schwindel,
  • Benommenheit,
  • Gefühl des Erstickens,
  • Probleme beim Schlucken,
  • Übelkeit,
  • Herzrasen oder Herzstolpern,
  • Beklemmungsgefühle in der Brust,
  • Zittern,
  • Muskelverspannungen,
  • Angstgefühle.

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