Erste Hilfe bei Schnittverletzungen

Schnittverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen im Haushalt. In der Eile beim Zuschneiden von Brot, durch Abrutschen des Messers auf harten Oberflächen oder beim Hantieren mit scharfkantigen Gegenständen kann es zu mehr oder weniger schweren Verletzungen der Haut kommen. Aber auch zerbrochene Gläser und Flaschen können tiefe Schnitte verursachen. Die Folgen können harmloser Natur oder aber auch weitreichend sein. In seltenen Fällen sind Schnittverletzungen auch lebensgefährlich.

Schnittverletzungen richtig einschätzen

Schnittverletzungen sind nicht leicht einzuschätzen. Oft sind sie deutlich tiefer, als es auf den ersten Eindruck erscheint. Entscheidend ist dabei auch, wie die Verletzung entstanden ist. Auslöser können sein:

  • Scharfe Kanten an Konserven
  • Messer
  • Scheren
  • Papier
  • Glas
  • Brotmaschinen

Ursächlich sind fast immer Nachlässigkeiten, wie sie immer wieder passieren. Sie können aber auch durch achtlos weggeworfene Gegenstände verursacht werden, wie Glas und Metall.

Erste Hilfe bei Schnittverletzungen

Kleine Schnittverletzungen sollten Sie zunächst etwas bluten lassen, um mögliche Keime und Fremdkörper aus der Wunde zu spülen. Bei stark blutenden Wunden gilt das nicht. Eine solche Verletzung sollte sofort mit einem Druckverband verschlossen werden. Je nach Schwere der Verletzung droht hier allerdings ein Kreislaufschock.

Um den Überblick zu behalten, ist es wichtig, die Wunde mit einem sterilen Verband zu schließen und ein – ungeöffnetes – Verbandpäckchen auf den Verband zu legen und mit einem zweiten Verband zu fixieren. So wird Druck auf die Wunde ausgeübt und das ungeöffnete Päckchen kann sich nicht vollsaugen, denn dies würde zu einem größeren Blutverlust führen.

Verschmutzte Schnittwunden

Schnittwunden können sichtbar oder unsichtbar verunreinigt sein. Sichtbare Verschmutzungen können Sie mit klarem Leitungswasser spülen. Weitere Hilfsmittel, wie z. B. Bürsten, sind nicht für die Wundreinigung geeignet. Bei tiefen Wunden kann es sein, dass Keime sich in der Verletzung befinden und dort Entzündungen auslösen. Hier ist ein Arztbesuch unvermeidbar.

Das empfiehlt sich auch bei unsichtbaren, aber anzunehmenden Verunreinigungen. Der Arzt kann die Wunde schmerzfrei spülen und so mögliche Keime unschädlich machen. Wichtig ist –egal ob bei kleinen oder großen Wunden- an den Tetanusschutz zu denken.

Rettende Maßnahmen bei stark blutenden Wunden

Ist eine Arterie verletzt, reicht ein Druckverband allein möglicherweise nicht aus. In solchen Fällen muss die Arterie zwischen Verletzung und Herz zusätzlich abgedrückt werden, und zwar gegen einen Knochen, damit der Durchfluss sicher gedrosselt werden kann. Anschließend ist der Notarzt zu rufen. Schnittwunden können schmal und tief, aber auch klaffend sein. Gerade Verletzungen durch Glas können große Wunden verursachen, die ärztlich behandelt werden müssen.

Ein Nähen ist aber nicht immer erforderlich. In einigen Fällen ist es auch möglich, die Wunde zu klammern oder mit einem Wundkleber zu verschließen. Das gilt auch, wenn die Wundränder deutlich ausgefranst sind, wie es z. B. durch Schnitte an Metallteilen passieren kann.

Tiefe Schnittverletzungen

Tiefe Schnittverletzungen müssen nicht zwingend stark bluten. Sie können aber dennoch schwerwiegende Verletzungen darstellen, wie die Durchtrennung von Nerven und Sehnen. Die Folgen sind Bewegungsunfähigkeit der betroffenen Gliedmaße, aber auch das Gefühl von Taubheit. Auch solche Verletzungen sollten Sie unverzüglich einem Arzt vorstellen. Ggf. ist ein operativer Eingriff nötig.

Fehler bei Schnittverletzungen

Problematisch sind vor allem verunreinigte und tiefe Schnittverletzungen. Hier drohen Entzündungen mit Eiterbildung. Die Haut um die Verletzung schwillt an, wird rot und sehr schmerzhaft. Je tiefer die Wunde ist, desto wahrscheinlicher ist auch, dass es zu Entzündungen kommt.

Die Wunde beginnt im oberen Bereich bereits, sich zu schließen, während sich in der Tiefe ein Hohlraum befindet, der kaum belüftet wird. Hier können sich Keime gefährlich vermehren. Die Wunde braucht eine Drainage, die im Normalfall nach wenigen Tagen wieder entfernt wird. Tetanusschutz ist außerdem wichtig.  Ein weiterer Fehler ist die zu frühe Belastung von verletzten Hautstellen in der Nähe von Gelenken. Hier steht die Haut mehr unter Spannung.

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