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Erste Hilfe bei Panikattacken – Die Einsicht macht’s

Ein falscher Gedanke oder die Erinnerung an ein negatives Ereignis können genügen. Plötzlich ist alles anders. Das Atmen fällt schwer, die Kehle schnürt sich zu, Schweiß rinnt von der Stirn. Dabei ist es kühl und die Luft wunderbar klar. Als wäre das nicht schon genug, beginnen auch noch die Hände zu zittern, das Herz zu rasen und die Muskeln zu verkrampfen. „Bestimmt ein Herzinfarkt“, schießt es in den Kopf. Oder ein Schlaganfall. Auf jeden Fall etwas Ernstes. Und man wird sterben – hier und jetzt! Oder bildet man sich all das nur ein? Man wird doch nicht etwa verrückt?

Was ist eine Panikattacke?

Unter einer Panikattacke versteht man eine durch Angst ausgelöste psychische und körperliche Alarmreaktion, ohne dass etwas Konkretes vorliegt. Einige Betroffene steigern sich dabei regelrecht in Ängste oder suchen explizit nach jeder noch so winzigen körperlichen oder externen Auffälligkeit. Nicht selten beginnt es mit einem banalen Gedanken, der sich zu einer Todesangst entwickelt.

Panikattacken können einmalig, gelegentlich, aber auch regelmäßig auftreten. Ihre Ursachen sind vielfältig:

  • Stress,
  • körperliche und psychische Erkrankungen,
  • Alkohol- und Drogenkonsum,
  • emotionale und gedankliche Fehlinterpretationen.

Nicht weniger vielfältig sind die wahrgenommenen Symptome einer Panikattacke. Beispiele:

  • Gedanklich: mangelnde Konzentration, Grübeleien.
  • Emotional: Unsicherheit, Ohnmacht, Benommenheit, Todesangst.
  • Körperlich: Herzrasen, Übelkeit, Atemnot, Schmerzen.

Darüber hinaus kann sich eine Panikattacke auch im Verhalten widerspiegeln. Betroffene müssen Situationen und Orte fluchtartig verlassen, meiden sie gänzlich oder suchen sie nur in Begleitung auf. Oder sie greifen zu Stimmungsaufhellern (z. B. Drogen/Alkohol) bzw. Beruhigungsmitteln.

Eine Panikattacke dauert durchschnittlich eine halbe Stunde und erreicht nach ungefähr zehn Minuten ihren Höhepunkt. Für Betroffene fühlt es sich dennoch wie eine Ewigkeit an, in der sie sich mitunter dem Tod näher fühlen als dem Leben. Je nach Schwere kann eine Panikattacke allerdings nicht nur wenige Minuten dauern, sondern auch Stunden.

Eine Panikattacke darf jedoch nicht mit einer Panikstörung verwechselt werden. Während eine Panikattacke einmalig auftreten kann, handelt es sich bei einer Panikstörung um eine ernste Krankheit. Bei einer Panikstörung fürchten Betroffene sich vor der nächsten Panikattacke und verspüren somit eine Angst vor der Angst. Eine Panikstörung sollte professionell behandelt werden, um nicht nur bei den Folgen (Panikattacken) anzusetzen, sondern auch die Ursachen aufzudecken und zu therapieren.

Was tun bei einer Panikattacke? – Dos and Don‘ts

Das Wichtigste bei einer Panikattacke ist, dass sowohl Betroffene als auch Helfer Ruhe bewahren.

Dos

Betroffene:

  • Aufrechtes Sitzen.
  • Tief durchatmen und die Atmung verlangsamen.
  • Bei Hyperventilation 10 bis 15 Sekunden die Luft anhalten oder in eine Papiertüte atmen.
  • Leicht gekühltes Wasser trinken (verlangsamt die Atmung).
  • Klarmachen, dass man sich in keiner lebensgefährlichen Situation befindet.
  • Die Panikattacke akzeptieren und wissen, dass sie bald vorüber ist und nicht das Ende bedeutet.
  • Die Konzentration von den Symptomen und der Angst auf andere Dinge lenken: Auf einen fixen Gegenstand in der Nähe, den nächsten Urlaub, ein schönes Erlebnis.
  • Leute um Hilfe bitten, wenn man sich überfordert fühlt.
  • Notruf wählen, falls sich keine Besserung einstellt oder der Zustand sich sogar verschlechtert.

Helfer:

  • Die Maßnahmen für Betroffene überwachen, ggf. einleiten.
  • Für Ruhe sorgen und gut zureden. Die Gedanken von den Symptomen wegleiten.
  • Notruf wählen, sollten sich die Symptome als ernstzunehmender erweisen.

Don‘ts

Betroffene:

  • Unter Druck setzen oder sich für die Panikattacke schämen – sie können jeden treffen.
  • Flüchten, weil durch die Panikattacke eine erhöhte Unfallgefahr besteht.
  • In die Panikattacke steigern und glauben, man würde sterben.
  • Alkohol, Medikamente oder Drogen zur Beruhigung oder Linderung der Symptome.

Helfer:

  • Für Hektik oder andere Unruhe sorgen.
  • Die Betroffenen nicht ernstnehmen.

Wie kann man Panikattacken vorbeugen?

Das generelle Vorbeugen einer Panikattacke greift tiefer, als man es auf dem ersten Blick vermutet. Es sind grundlegende Dinge, die gleichzeitig das gesamte Leben verbessern können:

  • Ausgewogene Ernährung und weitestgehender Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Koffein.
  • Ausreichender Schlaf, Ruhepausen und körperliche Betätigung.
  • Minimierung von Stress sowie mehr Zeit für sich.
  • Auseinandersetzung mit Ängsten: Durch körperliche Betätigung etwa feststellen, dass ein erhöhter Puls positive Effekte hat und nicht immer mit Krankheiten gleichzusetzen ist.
  • Das Leben kontrollieren: Den Alltag dominieren und nicht von der Angst diktieren lassen oder sich verstecken.
  • Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, falls man bestimmte Dinge nicht selbst bewältigen kann.