Entspannungstechniken für Kinder

Entspannungstechniken für Kinder

Gestresste Kinder? Laut Deutschem Ärzteblatt leidet jeder zweite Schüler unter Stress. Aber auch bei jüngeren Kindern können Stresssymptome auftreten, die das Risiko für Depressionen erhöhen und die Entwicklung stören.

Gibt es echten Stress bei Kindern?

Der Gedanke: „ Das hat uns früher auch nichts ausgemacht“, hilft Kindern unter Stress nicht. Jeder Mensch bewältigt Konfliktsituationen anders. Damit Kinder stressbehaftete Alltagssituationen bewältigen können, brauchen sie:

  • Vertrauen
  • Ein stabiles Umfeld
  • Raum für sich selbst
  • Freunde
  • Das Gefühl von Sicherheit

Starke Eingriffe in das Lebensumfeld, Streit und Unsicherheiten der Eltern stören das Urvertrauen des Kindes. Dieses Urvertrauen ist eine spätere Säule für die emotionale Stabilität.

Anzeichen von Stress bei Kindern

Ein Kind kann seinen Eltern nicht einfach vermitteln, dass es sich überfordert fühlt. Anzeichen sind:

  • Unlust
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Zunehmende Schweigsamkeit
  • Aggressives Verhalten oder Rückzug

Gerade bei leistungsbetonten Eltern besteht das Risiko, dass sie das Verhalten des Kindes mit Bockigkeit oder Unterforderung gleichsetzen. Wenn sie dann den Druck durch ein noch dichteres Programm oder Strafen erhöhen, gerät das Kind in einen Teufelskreis.

Stress vermeiden – So helfen Eltern ihren Kindern

Die wichtigste Fähigkeit der Eltern ist die Gelassenheit. Gelassenheit bedeutet nicht, Konflikte oder unerwünschtes Verhalten zu ignorieren. Es bedeutet, sie gemeinsam, sachlich, konstruktiv und lösungsorientiert anzugehen. Im Vorteil sind Eltern, die genau dieses stabile Reagieren schon bei ihren Eltern erlebt haben. Die Art des Konflikts spielt keine Rolle. Natürlich dürfen Eltern dabei auch Emotionen zeigen.

Raus aus dem Stress – Helfen Sie Ihrem Kind

Manche Stressauslöser lassen sich nicht verhindern. Schulstress steht hier weit vorn. Das können Konflikte mit Mitschülern sein, aber auch nachlassende Leistungen oder Prüfungen, die Angst auslösen. Manchmal sind es auch Krankheiten, die das Kind oder eine vertraute Person betreffen. Todesfälle sind besonders belastend und können ein Kind regelrecht „aus der Bahn“ werfen. Was auch immer passiert oder passiert ist, lassen Sie Ihr Kind damit nicht allein. Spielen Sie ernste Situationen aber auch nicht herunter. Belastungen gehören zum Leben dazu. Die Art, sie zu bewältigen, muss das Kind erst lernen.

Nehmen Sie sich Zeit

Kinder brauchen aktive Hilfe bei der Entspannung. Der wichtigste Faktor dafür ist Zeit. Mit Kindern ab dem Kindergartenalter können Sie Verabredungen zu gemeinsamen Vorhaben treffen. Dabei sollte das Kind im Vordergrund stehen:

  • Unterhalten Sie sich
  • Die Aufmerksamkeit gehört dem Kind
  • Es gibt keine Vorwürfe
  • Unternehmen Sie etwas, was dem Kind Spaß macht

Versuchen Sie vorsichtig herauszufinden, was für das Kind die größte Belastung darstellt und welchen Herausforderungen es tatsächlich nicht gewachsen ist. Werden Sie der Coach Ihres Kindes. Seien Sie Ansprechpartner.

Muskelentspannung für Kinder

Kinder brauchen Bilder, um sich zu entspannen. Das hilft:

Das Kind stellt sich vor, es ist ein Baum, der die Blätter abschüttelt. Es darf hüpfen und die Arme und Beine kräftig schütteln, bis es das Gefühl hat, dass alle Blätter abgeschüttelt sind.

Setzen Sie sich zusammen mit dem Kind auf den Boden. Das Kind stellt sich vor, es ist ein großer Löwe, der sehr aufgeregt oder ärgerlich ist. Das Kind darf sich dafür groß machen, die Arme ausbreiten und wie ein Löwe fauchen. Dann entdeckt der Löwe plötzlich einen kleinen Vogel, der im Baum sitzt und vergnügt in die Gegend blickt. Der Löwe will wissen, was der Vogel sieht und beobachtet ihn. Dabei atmet er tief ein und aus. Das Kind darf sich ausdenken, was der Vogel für schöne Dinge sehen könnte.

Kinder, die ängstlich und gestresst sind, sprechen meist gut auf Berührung an. Legen Sie beide Hände auf den Kopf des Kindes und streichen Sie mit ruhigen Bewegungen seitlich rechts und links am Kopf entlang, über die Schultern, die Arme, über die Außenseite der Beine bis zum Boden.  Wiederholen Sie das „Ausstreichen“ mit ruhigen Bewegungen.