Eingeschlafene Körperteile und die mögliche Ursache

Eingeschlafene Körperteile sind unangenehm. Das kribbelnd-stechende bis taube Gefühl ist fast immer die Folge einer Fehlhaltung und selten mit anderen gesundheitlichen Störungen verbunden.

Warum schlafen Hände und Füße ein?

Wer sich auf seine Füße setzt und länger in dieser Position verharrt, der riskiert, dass die Füße einschlafen. Aber auch die Hände können betroffen sein. Beispielsweise nach längerem Liegen auf einem Arm. Grund für das Taubheitsgefühl ist, dass Nerven und die Blutversorgung vorübergehend behindert werden. Die Versorgung mit Sauerstoff ist gestört und nervale Reize können nicht mehr korrekt weitergeleitet werden. Dass vor allem Hände und Füße, aber auch Arme und Beine betroffen sind, liegt daran, dass Gliedmaßen schneller abgeklemmt werden. Genau genommen kann davon aber jeder Teil des Körpers betroffen sein. Mit Änderung der Körperhaltung setzt die Versorgung der beeinflussten Blutgefäße und Nervenbahnen wieder ein. Kribbeln und Schmerzen sind die Folge, lassen aber nach wenigen Minuten wieder nach.

Warum ist ein eingeschlafener Fuß schmerzhaft?

Solange der Fuß „eingeschlafen“ ist, ist er schmerzfrei. Das einsetzende typische Kribbeln ist ein Warnsignal. Es signalisiert dem Körper, dass eine Körperregion nicht vollständig versorgt werden kann und deshalb ein Positionswechsel nötig ist. Dieses Kribbeln ist zwar unangenehm, lässt aber bei korrigierter Körperhaltung schnell nach. Mit dem Wiedereinsetzen der Durchblutung kommt es für eine kurze Zeit zu einer Überreizung, was der Betroffene wie Nadelstiche spürt.

Sind die Taubheitsgefühle gefährlich?

Eine kurzfristige Durchblutungsstörung ist kein gesundheitliches Risiko. Allerdings sollte die betroffene Gliedmaße bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Durchblutung wieder vollständig hergestellt ist, nur vorsichtig bewegt werden. Wenn Sie mit eingeschlafenen Füßen aufspringen, riskieren Sie Knochenbrüche und Bänderverletzungen. Da die nervale Reizübertragung bei Taubheit noch gestört ist, wird ein sicheres Auftreten nicht möglich sein. Besser ist es deshalb, die Position zu verändern, so dass die Versorgung wieder gewährleistet ist. Sobald die Symptome abgeklungen sind, ist eine Belastung wieder möglich.

Gibt es vorbeugende Maßnahmen?

Entsteht das Gefühl der Taubheit durch eine erzwungene Haltung, zum Beispiel am Arbeitsplatz, muss der Arbeitgeber für Abhilfe sorgen. Außerdem empfiehlt sich ausgleichende Gymnastik. Das Funktionstraining ist dafür besonders gut geeignet: Es schult das Körpergefühl, verbessert die Körperspannung und trainiert damit den gesamten Organismus. Eine gut und gleichmäßig trainierte Muskulatur signalisiert schneller Fehler bei der Körperhaltung und beschleunigt damit die Korrektur. Treten die Probleme durch die Nutzung bestimmter Sitzmöbel auf, empfiehlt sich der Austausch. Das gilt besonders für Schreibtischstühle. Aber auch ungeeignete Matratzen können das Risiko von Fehlhaltungen begünstigen. Wenn Sie nachts häufig mit eingeschlafenen Gliedmaßen aufwachen, sollte Sie ihr Schlafverhalten überprüfen lassen.

Was ist bei Taubheitsgefühlen, die sich ständig wiederholen?

Tritt das Gefühl eingeschlafener Körperteile immer wieder auf, hält länger an und lässt sich nicht mit einer falschen Körperhaltung erklären, empfiehlt sich der Arztbesuch, um die Ursache zu klären.  

Welche Ursachen kommen für das wiederholte Taubheitsgefühl in Frage?

Unter Umständen tritt das Taubheitsgefühl auch als Begleiterscheinung von Erkrankungen auf, wie:

  • Herpes Simplex
  • Diabetes
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates

Während es sich bei Taubheitsgefühlen im Rahmen von Herpes Simplex um ein vorübergehendes Phänomen handelt, ist das bei Diabetes nicht der Fall. Empfindungsstörungen gehören zu den Langzeitschäden des Diabetes. Der Arzt spricht dann von einer Polyneuropathie, die auch Folge anderer Erkrankungen sein kann. Die Ursachen für häufig wiederkehrende Taubheitsgefühle können außerdem orthopädischer Natur sein. Zum Beispiel kann das Kribbeln in Händen durch eine Einengung des Handmittelnervs ausgelöst werden (Karpaltunnelsyndrom). Auch Erkrankungen der Wirbelsäule können sich durch chronische Taubheitsgefühle bemerkbar machen. Die Folgen können dann auf einer Körperseite oder auf beiden auftreten. Auch an anderen Stellen der Arme und Beine können eingeklemmte oder erkrankte Nerven die Probleme verursachen. Häufig wiederkehrende und anhaltende Taubheitsgefühle oder andere Formen von Empfindungsstörungen sollten daher einem Arzt vorgestellt werden.