Die wirksamsten Hausmittel gegen Halsschmerzen

Halsschmerzen – es kratzt, brennt und drückt im Hals. Bei geöffnetem Mund blicken Sie im Spiegel in einen höllenroten Schlund und zu Tisch halten Sie sich freiwillig zurück, seit jeder Bissen zur Tortur wird? Die gute Nachricht: Dieses lästige Leiden, das uns seit der Kindheit immer wieder begleitet, ist meist Symptom harmloser Erkrankungen und lässt sich mit einer Reihe an bewährten Hausmitteln wirksam behandeln. Wie? Wir verraten es Ihnen.

Was sind die häufigsten Ursachen für Halsschmerzen?

Die Ursache von klassischem Halsweh ist in der Regel eine Entzündung der Rachenschleimhaut, eine sogenannte Pharyngitis. Diese Infektionserkrankung kann hervorgerufen werden durch

  • Viren und
  • Bakterien

Virale Infektionen werden meist durch Rhino- und Adenoviren hervorgerufen, bei bakteriellen Infektionen sind meist Streptokokken die Übeltäter. Häufig ist sogar eine Kombination aus viraler Infektion und bakteriellen Ursachen zu Werke, denn ist das Immunsystem erst einmal durch Viren geschwächt, haben Bakterien leichtes Spiel.

Streptokokken können auch die Mandeln befallen, eine sogenannte akute Mandelentzündung (Tonsillitis, Angina tonsillaris) ist die Folge. Sie kann in eine chronische Mandelentzündung übergehen. Eine Sonderform ist die Angina Plaut-Vincent, eine meist einseitige, geschwürartige Mandelentzündung.

Symptome bei Halsschmerzen viral oder bakteriell verursacht

Daneben kann der Hals auch auf Umweltreizungen oder Allergien mit Schmerzen reagieren. Auslöser sind häufig:

  • Zigarettenrauch oder Staub
  • Trockene Heizungsluft
  • Allergien auf Pollen, Hausstaub oder Nahrungsmittel
  • Fremdkörper wie Fischgräten
  • Verätzungen durch Chemikalien

Typisch sind Halsschmerzen auch nach längerem Reden, beispielsweise nach einem Vortrag. Wer beruflich häufig öffentlich sprechen muss, sollte seine Stimme professionell trainieren, um wiederkehrende Halsschmerzen zu vermeiden.

Welche schwerwiegenden Ursachen gibt es?

In selteneren Fällen sind neben Erkältung und Mandelentzündung schwerwiegende Erkrankungen Auslöser für Halsschmerz. So kann ein schmerzender Hals auch verursacht werden durch:

  • Grippale Infekte, ausgelöst durch Influenzaviren
  • Kinderkrankheiten wie Scharlach, Mumps, Masern oder Diphtherie, mit teilweise ernsten systemischen Komplikationen
  • Pfeiffersches Drüsenfieber, ausgelöst durch den Epstein-Barr-Virus
  • Kehlkopfentzündung (Pseudokrupp) oder Laryngitis
  • Kopf-Hals-Tumoren (hier: Rachenkrebs)
  • Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis)
  • Speiseröhrenentzündung durch Refluxkrankheit
  • chronische Nasennebenhöhlenentzündung
  • Lymphknotenschwellung im Halsbereich
  • HIV-Infektion: Halsschmerzen und Schluckbeschwerden können hier unmittelbar nach der Erstinfektion auftreten, aber auch zu einem späteren Zeitpunkt.

Grundlegend gilt aber: Selbst starke Halsschmerzen sind ein Symptom und meist auf Erkrankungen harmloser Natur zurückzuführen, die teilweise nach einigen Tagen von selbst wieder abheilen. Nur wenn die Probleme länger anhalten, sollten Sie nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen.

Die Top 5 der Turbomittel gegen Halsschmerzen

Als schnelle Hilfe gegen Halsschmerzen hat sich die Behandlung mit folgenden fünf Hausmitteln bewährt:Die Top 5 der Turbomittel gegen Halsschmerzen

1. Honig: Als natürliches Antibiotikum punktet vor allem der Honig: Der Trick ist aber, auf Bioqualität zu achten. Besonders schnell und gut wirkt Manuka-Honig. Nehmen Sie einen Löffel Honig in den Mund und lassen Sie ihn langsam zergehen. Er kann aber auch zum Süßen von Flüssigkeiten eingesetzt werden.
 2. Zwiebel: Das Gemüse strotzt von ätherischen Ölen. Als Zwiebelsaft oder Sirup eingenommen, beruhigen die Substanzen die Schleimhäute. Schälen Sie dazu zwei Zwiebeln, geben Sie sie kleingehackt in ein Schraubglas. Mischen Sie drei EL Honig darunter und lassen Sie das Ganze zwei Stunden ziehen. Diesen Sirup können Sie pur essen oder mit warmem Wasser verdünnen.
3. Inhalation: Feuchte Luft wirkt bei Halsschmerzen Wunder. Falls Ihnen ein traditionelles Dampfbad zu umständlich ist, gönnen Sie sich einen Inhalator. Der Zusatz von Salz oder speziellen Inhalationslösungen kann die wohltuende Wirkung verstärken.
4. Warme Halswickel: Die Wärme fördert die Durchblutung und wirkt schleimlösend. Ein uraltes bewährtes Hausmittel sind Wickel aus warmem Kartoffel- oder Leinsamenbrei. Sie kurbeln auch die körpereigene Wärmeproduktion an. Wenden Sie den Wickel für eine halbe Stunde dreimal täglich an – am besten im Liegen.
5. Schwitzkur: Nehmen Sie ein heißes Bad, trocknen Sie sich gründlich ab und ziehen Sie sich warm an. Dazu gehören auch dicke Socken und ein Schal! Kuscheln Sie sich ins Bett und trinken dazu viel heißen Tee, zumal das Schwitzen den Flüssigkeitsbedarf erhöht.

Welche Hausmittel helfen gegen Halsschmerzen? 26 Tipps

Die Zahl der Hausmittel gegen Halsschmerzen ist groß. Was Ihnen persönlich am besten hilft, hängt von der Ursache, aber auch von Ihrer individuellen Konstitution ab. So wird etwa das alte Hausmittel „Heiße Zitrone“ bei einem kratzenden Hals eher unangenehmes Brennen hervorrufen statt die Beschwerden zu lindern – auch wenn das enthaltene Vitamin C das Immunsystem pusht. Probieren Sie einfach aus, was Ihnen am meisten Linderung verschafft. Und falls gar nichts hilft, greifen Sie zu einem der bewährten Mittel aus der Apotheke.

Kleine Teekunde

  • Kamille: entzündungshemmend und entkrampfend
  • Salbei: entzündungshemmend
  • Fenchel: entzündungshemmend und schleimlösend
  • Pfefferminze: desinfizierend
  • Spitzwegerich: antibakteriell, entzündungshemmend und schleimlösend
  • Thymian: beruhigend, antibakteriell, entzündungshemmend und schleimlösend
  1. Wärmezufuhr: Bei erkältungsbedingten Entzündungen im Hals hilft Wärme. Sie fördert die Durchblutung der Rachenschleimhaut und den Abtransport von Schleim. Außerdem unterstützt sie das Immunsystem. Auch bei Allergien und Reizungen hilft ein warmer Tee. Kälte – etwa kalte Getränke, Eis oder Eiswürfel lutschen – hilft dagegen nur kurzzeitig durch den Betäubungseffekt.
  2. Kräutertee bringt sogar noch die positiven Eigenschaften der Heilpflanzen mit ein.
  3. Milch mit HonigHonig verstärkt die entzündungshemmende Wirkung und ist auch bei Kindern beliebt. Deshalb gilt auch heiße Milch mit Honig als altes Geheimrezept – nicht nur bei Halsschmerzen, sondern etwa auch bei Husten und Heiserkeit. Außerdem wirkt die Milch schleimlösend.
  4. Süßholzwurzel, wie sie in Lakritz enthalten ist, wirkt entzündungshemmend und regt angenehm die Speichelsekretion an. Dadurch müssen Sie natürlich mehr schlucken – falls das für Sie unangenehm ist, scheidet dieses Hausmittel für Sie eher aus.
  5. Apfelessig wirkt stark antibakteriell und gleicht den Säure-Basen-Haushalt aus, was auch bei Erkältungen positiv wirkt. Stellen Sie eine Gurgellösung her, indem sie den Essig mit Wasser verdünnen.
  6. Aloe vera bzw. der enthaltene Hauptwirkstoff Acemannan hilft gegen Rachenentzündungen. Der Saft befeuchtet die Schleimhaut und ergibt einen angenehmen Schutzfilm.
  7. Butter, wie ein Bonbon gelutscht, legt ebenfalls einen Schutzfilm über die Schleimhäute.
  8. Arnica wird in der Homöopathie unter anderem schmerzlindernd eingesetzt. Die Heilpflanze hilft auch gegen Halsschmerz und Mandelentzündung.
  9. Gewürze können ebenso eingesetzt werden. So tötet Chili Keime in Mund und Rachen ab und wirkt – ebenso wie Cayennepfeffer – durchblutungsfördernd.
  10. Nelken desinfizieren und betäuben sogar ein wenig. Stellen Sie sich zum Beispiel einen Sirup aus Wasser, Honig und Gewürzen her, von dem Sie zweimal täglich einen Teelöffel langsam auf der Zunge zergehen lassen.
  11. Hilfreich ist auch Knoblauch, der nicht nur die Durchblutung fördert, sondern auch das Immunsystem ankurbelt.
  12. IngwerwasserIngwer ist dafür bekannt, die Immunabwehr zu stärken. Außerdem legt sich sein Wirkstoff wie ein Schutzfilm über die Schleimhäute. Einfach ein Stück Ingwer zerbeißen und den Saft hinunterschlucken. Wenn Ihnen das zu scharf ist, gerne auch in Wasser ziehen und mit Honig abschmecken.
  13. Als uraltes Heilmittel gelten Quarkwickel, die äußerlich angewendet werden. Die Milchsäurebakterien wirken abschwellend und der kalte Wickel kühlt angenehm.
  14. Joghurt und Quark sind bei Halsschmerzen auch angenehm zu schlucken, weil sie moderat kühlen.
  15. Leinsamen in Wasser aufgeweicht bildet eine schleimige Lösung, die beim Gurgeln den Rachen wohltuend überzieht.
  16. Eine ähnliche Wirkung hat Öl, das zudem Schadstoffe bindet. Nach der ayurvedischen Heilkunde saugt man das Öl ein paarmal durch die Zähne und spuckt es dann aus. Als Ölsorten sind Pfefferminz- oder Teebaumöl in Sesam- oder Olivenöl besonders geeignet.  Mundspüllösungen, wie sie in Drogerien und Apotheken erhältlich sind, töten die Erreger ab und fördern die Durchblutung.
  17. Propolis, als Mundwasser oder als Lutschpastillen, lindert die Schleimhautentzündung im Mund- und Rachenraum.
  18. Quittenkerne geben beim Lutschen (nicht kauen!) eine schleimige Substanz ab, die positiv bei Halsschmerzen wirkt.
  19. Vitamin C und ZinkVitamin C und Zink unterstützen den Körper bei der Abwehr von Erkältungskrankheiten. Ersteres ist in etlichen Gemüse- und Obstsorten enthalten, z. B. in Paprika, Kohl und Zitrusfrüchten. Letzteres findet man in Fisch, Fleisch, Meeresfrüchten, Nüssen etc. Wer Ernährungsdefizite nicht vermeiden kann, kann auf natürliche Vitaminpräparate aus der Apotheke zurückgreifen.
  20. Ein Dampfbad bringt Linderung: Heißes Wasser in eine Schüssel geben, mit einem Handtuch abdecken und den Kopf darunter stecken.
  21. Eine ähnliche Wirkung entfaltet ein Erkältungsbad mit ätherischen Badezusätzen wie Thymian, Kamille oder Salbei.
  22. Gurgeln mit Kochsalzlösung oder Salzwasser wirkt entzündungshemmend. Rühren Sie dazu einfach einen Teelöffel Salz in warmes Wasser ein.
  23. Kalte Zitronenwickel lindern den Schmerz. Wickeln Sie dazu Zitronenscheiben in ein Geschirrtuch und legen Sie sich dies anschließend um den Hals.
  24. Eines der einfachsten Mittel zur Behandlung ist es, auch drinnen einen Schal zu tragen. Vor allem nachts beim Schlafen tut die zusätzliche Wärme gut.
  25. Den gleichen wohltuenden Effekt hat eine Bestrahlung mit Rotlicht, auch wenn der Wert wissenschaftlich nicht erwiesen ist.
  26. Lutschpastillen oder Bonbons, es können einfache Kräuterbonbons sein, wirken befeuchtend und je nach Inhaltsstoff desinfizierend.

Machen Sie sich die natürlichen Hausmittel schon bei den ersten Anzeichen einer Erkältung oder Mandelentzündung zu Nutze. Neben diesen ist es zudem wichtig, sich nicht in der abgeschlossenen Wohnung zu verkriechen. Sorgen Sie stattdessen für frische Luft. Das reduziert auch die Virenkonzentration im Zimmer. Auch ein Luftbefeuchter hilft bei gereizten Atemwegen. Regelmäßige Spaziergänge fördern das Wohlbefinden und stärken die Immunabwehr.

Übrigens: In der eurapon Apotheke der Hausmittel haben wir viele weitere Informationen und Tipps für Sie gesammelt.