Restless-Legs-Syndrom

Das Restless Legs-Syndrom – Wenn es unmöglich ist, die Beine stillzuhalten

Restless Legs ist die englische Bezeichnung für unruhige Beine. Wer davon betroffen ist, erlebt immer wieder Phasen, in denen es unmöglich ist, die Beine stillzuhalten. Dabei leiden die Betroffenen nicht nur unter den Symptomen, sondern auch unter dem fehlenden Verständnis der Mitmenschen. Wer ständig unruhig und in Bewegung ist, wird schnell ausgegrenzt.

Das fühlen Patienten mit Restless Legs

Da die Symptome vor allem zum Abend hin auftreten und auch über die Nacht nicht nachlassen, kommen die Betroffenen nicht mehr zur Ruhe. Selbst im Schlaf bewegen sich die Beine. Schlafstörungen und steigende Nervosität sind die zwangsläufige Folge, ein Teufelskreis, der sich schließlich auch in den Alltag hineinzieht. Dass es für jemanden mit Restless Legs-Syndrom unmöglich werden kann, längere Strecken mit dem Auto zu fahren oder am Schreibtisch zu sitzen, liefert einen Eindruck davon, wie stark die Erkrankung einschränken kann. Die Betroffenen müssen sich bewegen, weil die Symptome sich sonst verstärken. Aber was steckt dahinter?

Was löst die Symptome aus?

Das Restless Legs-Syndrom ist eine Erkrankung der Nerven. Frauen erkranken eher als Männer. Außerdem tritt das Phänomen eher im fortgeschrittenen Alter auf. Aber selbst Kinder und Jugendliche können an Restless Legs erkranken, allerdings eher selten. Allerdings besteht bei ihnen das Risiko einer Fehldiagnose, denn bei zappelnden und unruhigen Kindern wird eher ADHS vermutet. Klagen sie über schmerzende Beine, liegt aber auch der Verdacht von Wachstumsschmerzen nahe. Restless Legs können mit unklarer Ursache (primär) oder als Begleitsymptom anderer Erkrankungen auftreten (sekundär). Mögliche Grunderkrankungen:

  • Nervenerkrankungen
  • Diabetes Mellitus
  • Erkrankungen der Niere
  • Erkrankungen der Schilddrüse
  • Rheuma

Aber auch verschiedene Medikamente können das Syndrom auslösen; in der Schwangerschaft oder bei Eisenmangel tritt zudem oft auch das Restless Legs-Syndrom auf. Da die Erkrankung familiär gehäuft auftritt, besteht die Annahme, dass die Anfälligkeit für Restless Legs vererbbar ist.

Diagnose der Restless Legs

Ansprechpartner ist zunächst der Hausarzt. Er kann die ersten Untersuchungen vornehmen und den Patienten dann an einen Neurologen überweisen. Der Arzt wird zunächst klären, ob Restless Legs bereits in der Familie aufgetreten ist. Im nächsten Schritt ist zu klären, ob der Patient insgesamt unter starkem Stress steht, der ähnliche Symptome verursachen kann. Bei einer körperlichen Ursache stellt der Arzt dann fest, ob eine weitere Erkrankung vorliegt, die die Symptome begünstigt. Die Diagnose der primären Restless Legs erfolgt daher vor allem durch Ausschluss anderer Erkrankungen. Außerdem müssen folgende Beschwerden vorliegen:

  • Unruhe in den Beinen
  • Kribbeln und Empfindungsstörungen in Armen und Beinen möglich
  • Beschwerden werden bei Ruhe schlimmer
  • Besserung durch Bewegung

Im nächsten Schritt erhält der Patient L-Dopa zur Behandlung. Verbessern sich die Symptome, folgt daraus die Diagnose: Restless-Legs.

Die Behandlung von Restless Legs

Restless Legs nehmen einen chronischen Verlauf und können in ihrer Symptomatik im Verlauf des Lebens zunehmen. Allerdings treten die Anzeichen für gewöhnlich nicht permanent auf. Typisch hingegen sind Phasen ohne Beschwerden. Bei primär auftretenden Restless Legs liegt keine erkennbare Ursache vor. Deshalb soll die Behandlung vor allem die belastende Unruhe lindern. Dafür erhalten die Patienten neben Dopamin weitere Substanzen, wie einen Decarboxylasehemmer.

Problematisch ist, dass die Behandlung mit Nebenwirkungen einhergehen kann, zu denen auch Übelkeit und Kreislaufprobleme gehören. Um das zu vermeiden, wird der Arzt das Medikament zunächst niedrig dosieren und sich dann langsam an die Dosis herantasten, die die für den jeweiligen Patienten die beste Wirkung erzielt, ohne zu starke Nebenwirkungen zu verursachen. Weitere Medikamente sind bei mangelnder Symptombesserung möglich, zu denen dann auch Opiate und Antikonvulsiva gehören.

Die ergänzende Behandlung über naturheilkundliche Verfahren nimmt ebenfalls immer mehr Raum ein. Die Patienten sind aufgerufen, auch selbst zu prüfen, was ihnen hilft und wo die Belastungsgrenze zwischen erträglicher Unruhe und den eventuellen Nebenwirkungen der Medikamente liegt. Das Ziel muss aber sein, die quälenden Symptome zu lindern und dem Betroffenen ein weitgehend normales Leben zu ermöglichen.