Chiropraktik

Bewegungsfähigkeit mit Chiropraktik wiederherstellen

Mit Hilfe der Chiropraktik werden Muskeln und Gelenke, vorwiegend die Wirbelsäule betreffend, behandelt, mit dem Ziel, die Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen. Der Begriff „Chiropraktik“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „mit den Händen ausführen“. Um in Deutschland Chiropraktik ausüben zu dürfen, muss man entweder Arzt oder Heilpraktiker sein.

Geschichte der Chiropraktik

Anfänge, wie man versuchte, rein manuell Behandlungserfolge zu erzielen, wurden sowohl im alten Ägypten, wie auch bei den Griechen zur der Zeit von Hippokrates geschildert. Die Chiropraktik, wie wir sie heute kennen, wurde von Daniel David Palmer (1845 – 1913) begründet. Dieser behauptete, er hätte einen schwerhörigen Pförtner kuriert, indem er ihm einen verschobenen Wirbel wieder eingerenkt hatte. Das Besondere daran war, dass erstmals der Dornfortsatz des Wirbels als Hebel eingesetzt wurde, um den Wirbel wieder an seine ursprüngliche Position zu bringen.

In Deutschland wurde die Chiropraktik, ebenso wie die Osteopathie, durch den kurzzeitig in den USA lebenden Pastor Gustav A. Zimmer populär. Nach dem 2. Weltkrieg nahm der Nürnberger Heilpraktiker Willi Schmidt seine Fachfortbildung wieder auf und übernahm die Leitung der Fachgemeinschaft für Chiropraktik und Osteopathie. Letztere ist in den USA als eigene Form der Medizin anerkannt, und wird auch an verschiedenen Universitäten gelehrt.

Welche Beschwerden behandelt ein Chiropraktiker?

Die genannten Beispiele stellen eine Auswahl der gängigsten Beschwerden dar, weswegen Sie ein Chiropraktiker aufsuchen können. Die Störungen können durch Fehlbelastungen, Unfälle oder Krankheiten auftreten.

  • Arthrose,
  • Bandscheibenbeschwerden, -vorfälle etc.
  • Blockierungen der Gelenke,
  • Gelenksteifigkeit,
  • Hexenschuss,
  • Ischias,
  • Karpaltunnelsyndrom,
  • Kopfschmerzen,
  • Rückenschmerzen,
  • Rheuma,
  • Schleudertrauma,
  • Migräne.

Was passiert bei einem Besuch beim Chiropraktiker?

Bevor der Chiropraktiker irgendeine Behandlung starten kann, ist die Erhebung eines ausführlichen Anamnesegesprächs unumgänglich. Wenn Sie Bilder von Zusatzuntersuchungen wie Röntgen, MRT oder CT haben, oder Laborbefunde, die in Zusammenhang mit den Beschwerden stehen, sollten Sie diese mitbringen. Der Chiropraktiker wird entscheiden, ob Ihre Beschwerden für eine Behandlung geeignet sind, und Sie ansonsten zu einem zuständigen Spezialisten überweisen.

Über die Behandlung eines Chiropraktikers kursieren oft Schauermärchen, tatsächlich ist die Behandlung weitgehend schmerzfrei und unspektakulär.

Wenn er sich für eine Manipulationsbehandlung entscheidet, schiebt er mit seinen Händen die Flächen der Gelenke zueinander, nach dem Loslassen rutschen sie, meistens begleitet von einem hörbaren „Knacks“ wieder in die richtige Position. Der behandelnde Chiropraktiker achtet immer darauf, dass er diese Manipulation über den kürzesten Weg, über die kürzeste Zeit und mit der geringsten Kraft durchführt, damit das Gewebe geschont wird.

Schmerzen an Muskeln und Sehnen werden mit Massagen und Dehnungen behandelt.

In weiterer Folge erlernt der Patient Übungen, die er zu Hause weiterführen sollte, um dem Auftreten neuerlicher Beschwerden vorzubeugen. Möglicherweise wird der Chiropraktiker auch eine bestimmte Sportart oder Änderungen am Arbeitsplatz empfehlen.

Wirksamkeit der Chiropraktik

Der Begründer Daniel David Palmer wagte zu behaupten, dass 99 % aller Krankheiten durch verschobene Wirbel verursacht werden. Dies begründete er durch die Verbindung von Gehirn und Rückenmark, sodass Fehlstellungen der Wirbelsäule auch anderswo Beschwerden verursachen können.

Skeptiker bemängeln, dass die Erfolge bei der Behandlung von Rückenproblemen nicht eindeutig sind, selbiges gilt allerdings auch für die konventionelle Physiotherapie.

An Nebenwirkungen treten manchmal Schmerzen, Benommenheit, Steifigkeit und Schwindel auf. Als Risikofaktoren gelten chiropraktische Manöver an der Halswirbelsäule, da diese schlimmstenfalls eine Verletzung der Arteria vertebralis und einen nachfolgenden Schlaganfall verursachen können.

Chirotherapie, Chiropraktik, Osteopathie – wo sind die Unterschiede?

Die Chirotherapie ist Ärzten vorbehalten, die hierfür eine Zusatzausbildung absolviert haben. Als manuelle Therapie gelten bestimmte Behandlungsmaßnahmen, die der ärztliche Chirotherapeut an dafür ausgebildete Physiotherapeuten abgibt. Dazu gehören unter anderem verschiedene Formen der Krankengymnastik, Osteopathie und Kraniosakraltherapie.

Chiropraktik darf hingegen von Heilpraktikern und Nichtärzten mit Zusatzausbildung praktiziert werden. Eine Weiterentwicklung der Chiropraktik stellt die Kinesiologie mit ihren Unterformen dar.

Die Osteopathie befasst sich zwar ebenfalls mit Bewegungsstörungen, allerdings über Gelenke, Muskeln und Knochen hinausgehend. Bindegewebe, Nerven und Blutgefäße werden hier miteinbezogen, und Störungen dieser Verbindungen von außen behandelt, bzw. die Selbstheilung aktiviert.