Rohkost Artischocke

Bedenkenlos roh genießbar – die Artischocke

Reizvoll und exotisch wirken Artischockenblüten im Garten. Als Heilmittel werden sie für verschiedene Leber- und Gallenleiden eingesetzt. Artischocken sind auch in der Küche sehr vielseitig verwendbar: Man kann mit ihnen Tortellini füllen, sie mit Tagliatelle essen, als Pizzabelag einsetzen… Aus den Blättern lässt sich sogar ein Sirup kochen, der einem Tonic water ziemlich nahe kommt. Aber kann man die Artischocke auch roh essen, und wenn ja, wie? Diese Fragen klären wir hier für Sie im Rohkost-Ratgeber von eurapon.

Wie isst man eigentlich Artischocken?

Im Restaurant wird die Artischocke meist als Ganzes auf einem Teller serviert. Die Artischocke ist zuerst definitiv Fingerfood: Sie nehmen die Knolle in eine Hand, mit der anderen zupfen Sie reihum die äußeren Blätter ab. Üblicherweise gibt es dazu einen Dip, in das untere, fleischige Ende des Blattes getaucht wird. Das Blatt ziehen Sie anschließend durch die Zähne, und lutschen so das innere Artischockenfleisch aus. Für den verbliebenen Rest sollte ein Abfallteller bereit stehen. Sind alle Blätter reihum abgezupft, gelangen Sie zum Inneren, dem Herz der Artischocke. Bevor Sie dieses (nun mit Besteck) verzehren, müssen Sie es von den ungenießbaren Härchen (dem Heu) befreien.

Artischocken werden vor allem in der mediterranen Küche oft als Vorspeise gereicht, sie gelten als appetitanregend, verdauungsfördernd und cholesterinsenkend.

So bereiten Sie frische Artischocken roh zu

Grundsätzlich kann man Artischocken das ganze Jahr über beziehen, am schmackhaftesten sind sie allerdings von Juni bis Oktober. Die kleinen Exemplare im Frühjahr sind besonders deswegen beliebt, weil sie das ungenießbare Heu nicht enthalten. Dieses ist übrigens deswegen ungenießbar, weil es zäh und faserig ist. Giftig ist allerdings auch roh kein Teil der Artischocke. Um Artischocken roh zu genießen, sind die kleinen, zarten Blüten allerdings ebenfalls besser geeignet.

Wenn Sie Artischocken z.B. auf dem Wochenmarkt kaufen, achten Sie darauf, dass die Blätter eng anliegen, und die Pflanze nirgends braune Stellen hat oder ausgetrocknet ist. Zu Hause lagern Sie die Pflanze am besten im Kühlschrank, dort sind sie vier bis fünf Tage haltbar. Ein feuchtes Tuch schützt das Gemüse vor dem Austrocknen.

Rohe Artischocken werden gerne als Salat serviert, dazu brauchen Sie entweder kleine, zarte Blüten, oder Sie befreien eine große Artischocke komplett von Blättern und Stiel, bis nur mehr das weiße Fleisch des Herzens übrig ist. Das braucht ein wenig Geduld, und produziert ziemlich viel Abfall. Für eine Portion als Vorspeise sollten Sie vier Artischocken einrechnen.

Die Herzen sollten sogleich in Zitronenwasser gelegt werden, um eine Braunfärbung zu vermeiden. Anschließend schneidet man das Fleisch in feine Scheiben. Rucola und Radicchio ergänzen den Geschmack der Artischocke perfekt, ein wenig Olivenöl, heller Balsamico und Parmesanspäne runden die Vorspeise ab. Rohe Artischocken schmecken leicht herb, süßlich und zartbitter.

Sind Artischocken gesund?

Definitiv ja, sie sind ein Lieferant für viele Mineralstoffe und Vitamine, wie beispielsweise Kalzium, Vitamin C, Eisen, Magnesium, Phosphor, Vitamin A und Kalium. Zudem enthält das Gemüse wenig Kalorien, und kann auch bei allen Diäten verzehrt werden.

Bereits vor über 2000 Jahren erkannten die alten Ägypter die Heilkraft des in der Artischocke enthaltenen Bitterstoffs, und setzen sie bei Gallen- und Verdauungsbeschwerden ein. Dieser Bitterstoff trägt den Namen Cynarin. Dieser regt nachweislich die Stoffwechseltätigkeit von Galle und Leber an. Auch für Menschen, die ohne Gallenblase leben müssen, ist der Verzehr von Artischocken empfehlenswert. Bei Gallensteinen oder akutem Gallenverschluss ist der Verzehr von Artischocken in jeglicher Form nicht indiziert!

Stillende Mütter sollten ebenfalls darauf verzichten, da Artischocken die Milchbildung hemmen.

Woher kommt die Artischocke?

Die Artischocke gehört zur Familie der Korbblütler, ähnelt der Distel, und wächst bis zu 2 Meter hoch. Sie ist frostempfindlich, und wächst am liebsten in den warmen Ländern des Mittelmeeres. Auch USA, Argentinien und Ägypten sind Artischockenlieferanten. Damit die Artischockenpflanze gut gedeihen kann, braucht sie Platz, viel Sonne, und einen nährstoffreichen Boden.

Ähnliche Artikel auf dem Gesundheitsblog