Badesalz und Kräutermischung – Sind Legal Highs so harmlos, wie sie klingen?

Legal Highs ist ein Szenebegriff für neue psychoaktive Substanzen, welche am Markt oft als Räuchermischung, Lufterfrischer, Reiniger, Duft- und Kräutermischungen oder Badesalze benannt werden. Dies dient dazu, den Zweck des Konsums zu verschleiern, und das Betäubungsmittel- und Arzneimittelgesetz zu umgehen.

Legal Highs sollen üblicherweise wie bekannte Drogen, meistens Ecstasy, Cannabis oder Amphetamine, wirken. Konsumiert werden sie als Pulver, Kapseln oder Tabletten bzw. als Kräutermischung zum Rauchen. Doch ist die Rauschwirkung wirklich harmlos und sind Legal Highs wirklich legal? Erfahren Sie mehr zum Thema im heutigen Blog-Artikel bei eurapon.

Wie wirken Legal Highs?

Verkäufer werben damit, dass sich mit Legal Highs sorgenfrei und relaxed eine Auszeit genießen lässt, dafür sind vor allem die Räuchermischungen bekannt. Das High- und Stoned-Gefühl soll dem von Cannabis täuschend ähneln und je nach Mischung mehrere Stunden anhalten.

Die als Badesalzdrogen angebotenen Puder sollen Amphetaminen nahekommen, das Schlaf- und Appetitempfinden rückt in den Hintergrund, der Leistungsdrang in den Vordergrund. Der Konsument soll gesprächiger werden und problemlos die Clubnächte durchtanzen können.

Auch die Partypillen wurden dazu konzipiert, Clubbings unendlich zu gestalten, die Wirkung soll an Ecstasy erinnern.

Mit den Werbesprüchen „den stressigen Alltag hinter sich lassen“, „für einige Stunden nervige Chefs und Schwiegermütter vergessen“ oder „sich an Orte träumen, an denen andere Urlaub machen“ wird suggeriert, dass der Konsum absolut unbedenklich ist. Wo liegt also das Problem mit den NPS, den neuen psychoaktiven Substanzen?

Welche Gefahr liegt im Konsum von Legal Highs?

„Kräutermischung“ klingt nach handselektierten Pflanzen aus Omas Kräutergarten, liebevoll zum Trocknen ausgebreitet, und was kann an einem Badesalz giftig sein, das eigentlich unsere Haut umschmeichelt? Nun, Tatsche ist, dass die Kräutermischung keinen Kräutergarten je gesehen hat und das Badesalz keine Rosenblätter beinhaltet. Legal Highs werden gezielt in chemischen Laboren hergestellt. Und nachdem der Konsument den Hersteller meistens nicht kennt, muss er sich darauf verlassen, dass dieser weiß, was er tut.

Die Wirkstoffkonzentration der synthetisch hergestellten Drogen liegt oftmals um ein Vielfaches höher als bei der vergleichbaren „natürlichen“ Droge wie Cannabis. Das hat zur Folge, dass der Rausch länger andauert und heftiger ausfällt. Was manchen Konsumenten nun erfreuen wird zu hören, ist in Wahrheit höchst riskant: Der Konsument riskiert lebensgefährliche Vergiftungserscheinungen.

Das ist aber noch längst nicht alles, denn wer findet schon eine Angabe der Inhaltsstoffe auf seinem Tütchen Legal Highs? Somit hat man keine Ahnung, was man letztlich gekauft hat und konsumiert und kann nur hoffen, dass man an einen „seriösen“ Hersteller geraten ist. Außerdem, selbst wenn die Tüte beschriftet ist, heißt es nicht, dass drin ist, was draufsteht. Mit Kontrollen und Gütesiegeln darf man hier nicht rechnen.

Dadurch, dass sich die Zusammensetzung der chemischen Rauschmittel ständig ändert, ist natürlich auch die Wirkung auf unseren Körper stets eine andere. Was beim letzten Mal noch angenehm war, kann ein nächstes Mal ganz anders wirken.

Wirkung der Legal Highs kann nicht abgeschätzt werden

Bunte Verpackungen, lustige Bilder und starke Werbesprüche – vor allem Jugendliche können Legal Highs nur schwer widerstehen. Der Konsum von unbekannten Substanzen in unbekannter Dosierung kann jedoch fatale Folgen für die Gesundheit haben.

Die Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit dem Konsum von Legal Highs ist steigend, so wurden 2016 bereits 98 Fälle registriert, während es 2015 noch 39 waren.

Auch wenn der Konsum nicht tödlich endet, so gibt es dennoch eine Reihe unerwünschter Wirkungen, die auftreten können. Dazu gehören unter anderem:

  • Kopfschmerzen,
  • Herzrasen,
  • Übelkeit, Erbrechen,
  • Angst- und Panikzustände,
  • Krämpfe,
  • Psychosen, Wahnvorstellungen,
  • Kreislaufbeschwerden,
  • Stimmungsschwankungen,
  • Schlafstörungen.

Um den Konsum synthetischer Cannabinoide im Blut bzw. Urin nachweisen zu können, muss explizit in einem Test danach gesucht werden. Einzeldosen sind mehrere Tage nachweisbar, während Langzeitkonsum mehrere Wochen und Monate nachweisbar bleibt.

Warum sind Legal Highs trotzdem legal?

Definitiv nicht, weil sie harmlos sind, sondern weil Drogenlabore dem Gesetzgeber immer einen Schritt voraus waren. Im Betäubungsmittelgesetz ist geregelt, welche Substanzen verboten sind. Also wird die Zusammensetzung der Drogen verändert. Kommt eine Gesetzesänderung, ändert man die chemische Zusammensetzung erneut, bis der Stoff nicht mehr unter das Gesetz fällt und somit legal wird.

Seit Ende 2016 sind jedoch ganze Stoffgruppen verboten, was die Herstellung legaler chemischer Drogen deutlich erschwert hat.

Unter Strafe steht seitdem auch der Handel, die Weitergabe und Verbreitung, die Herstellung, der Besitz und die Verabreichung von Legal Highs. Von legalen Rauschzuständen kann also keine Rede mehr sein.