Alkohol in der Schwangerschaft

Alkohol in der Schwangerschaft schadet dem Ungeborenen

Alkohol in der Schwangerschaft schadet dem Ungeborenen – Ärzte, Medien und Warnhinweise weisen uns hinlänglich darauf hin. Dennoch gelangen diese Informationen noch lange nicht in alle Bereiche unserer Gesellschaft. Es werden in Deutschland immer noch jährlich 1 % aller Kinder mit FASD geboren. Die Abkürzung steht für die „fetales Alkoholsyndrom“, und sie ist häufiger vertreten als das Down-Syndrom. Doch was bedeutet es für das Baby, wenn Sie Alkohol konsumieren, und gar nicht wissen, dass Sie bereits schwanger sind? Diese und andere Fragen werden wir hier beantworten.

Alkohol in der Schwangerschaft: Warum ist das ein Problem?

Wir hören es zwar nicht gerne, aber Alkohol ist nun einmal ein Gift, präzise gesagt ein Neurotoxin. Trotzdem hat Alkohol einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Nicht selten muss man sich erklären, wenn man nichts trinken möchte. Problematisch wird es ab dem Moment, wo mehr Alkohol getrunken wird, als der Körper im Augenblick verstoffwechseln kann. Der Überschuss gelangt dann durch das Blut in jeden Winkel unseres Körpers. Es kann dort Nervenzellen schädigen, sowie die Funktion verschiedenster Organe und Körperfunktionen beeinträchtigen. Am häufigsten treten Erkrankungen der Leber, der Bauchspeicheldrüse, am Herz-Kreislauf-System, sowie der Psyche auf.

Auch hier gilt natürlich, die Dosis macht das Gift. Die hauptsächlichen Probleme bestehen durch übermäßigen und chronischen Alkoholkonsum. Als Orientierung kann man angeben, dass bei Frauen ab 8 und bei Männern ab 15 alkoholischen Getränken pro Woche ein übermäßiger Alkoholkonsum vorliegt.

Da sowohl der Alkohol, als auch dessen Abbauprodukt Acetaldehyd auf direktem Weg über den Mutterkuchen zum Ungeborenen gelangen, ist jedes Glas Alkohol für werdende Mütter entbehrlich.

Wird Alkohol verstoffwechselt, entstehen giftige Zwischenprodukte, welche die kindlichen Zellentwicklung und –vermehrung beeinträchtigen. Besonders das Gehirn ist dafür empfindlich, deshalb sind die Defizite alkoholgeschädigter Kinder überwiegend geistiger Natur. In der Zeit der Organentwicklung ist der Konsum von Alkohol für Schwangere also besonders riskant.

Die Leber des Embryos kann mit Alkohol natürlich nicht so umgehen wie die des Erwachsenen, deshalb dauert der Abbau auch viel länger.

Regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum kann außerdem zu Komplikationen in der Schwangerschaft wie Fehlgeburt oder Frühgeburt führen.

Wie können Sie und Ihre Liebsten das ganze Jahr über fit und gesund bleiben? Natürlich lassen sich Erkrankungen nie komplett vermeiden, aber je vorbereiteter man ist, desto besser. Deshalb haben wir für Sie in unserem Gesundheits-Ratgeber Tipps und Informationen aus den Bereichen Allergie, Familie und Wellness gesammelt.

Sind Ausnahmen beim Alkoholkonsum erlaubt?

Wenn Sie sich der Verantwortung für das werdende Leben in Ihnen bewusst sind, werden Sie Alkohol generell meiden. Es lässt sich keine pauschale Aussage darüber treffen, ab welcher Menge Alkohol grundsätzlich schädlich ist, und welche Faktoren noch hinzukommen müssen, um noch mehr Schaden anzurichten.

Wenn Sie Alkohol grundsätzlich schlecht vertragen, ist auch eine entsprechend kleine Menge Alkohol schädlich für Ihr Kind. Besonders problematisch ist regelmäßiges Trinken, sowie der Konsum von hochprozentigen Spirituosen wie Schnäpse etc.

Die Kombination mit Rauchen, schlechter Ernährung und Koffeinkonsum verstärkt die schädlichen Wirkungen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft.

Laut Aufzeichnungen der Berliner Charité entscheiden sich 58 % der schwangeren Frauen dazu, auch während ihrer Schwangerschaft ab und zu Alkohol zu konsumieren. Ein Konsum von ein oder zwei Standarddrinks maximal zwei Mal wöchentlich gilt noch als unbedenklich, wenn auch nicht empfehlenswert.

Als Standarddrinks gelten Drinks, die zwischen 12 und 14 g reinen Alkohol enthalten, wie ein Viertelliter Bier oder ein Achtelliter Wein.

Unkenntnis der Schwangerschaft und Alkoholkonsum

Es gibt keine genauen wissenschaftlichen Aufzeichnungen darüber, welche Auswirkungen ein kurzzeitiger Alkoholkonsum im Frühstadium der Schwangerschaft hat, weil eine Frau beispielsweise noch nicht wusste, dass sie schwanger ist.

Wenn Sie eine Schwangerschaft planen und aktiv daran „arbeiten“, sollten Sie ab diesem Moment Ihren Alkoholkonsum drastisch reduzieren. Dann stellt sich das Problem der „Überraschung“ auch gar nicht. Bedenken Sie, dass der Nullkonsum auch während der Stillzeit aufrechterhalten bleiben muss, denn auch über die Muttermilch gelangt Alkohol zu Ihrem Kind. Vielleicht können Sie Ihren Partner ja zu einer gemeinsamen Alkoholabstinenz überreden mit dem überzeugenden Argument, dass Alkohol die Spermienqualität beeinträchtigt.

Möglicherweise gehören Sie aber auch zu den Frauen, auf die Alkohol vor allem zu Beginn der Schwangerschaft eine abstoßende Wirkung hat, dann erledigen sich manche Überlegungen auch von selber.